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Totentanz und Zukunftsmusik im Historischen Museum

Das Bernische Historische Museum hat ein mageres Jahr hinter sich. Der Direktor ist trotzdem zufrieden. Und er hat allerhand vor.

Daniel Di Falco
Am Beispiel des Berner Künstlers, Söldners und Politikers Niklaus Manuel (1484–1530) thematisiert die Ausstellung die Umbruchzeit des späten 15. und frühen 16. Jahrhunderts.
Am Beispiel des Berner Künstlers, Söldners und Politikers Niklaus Manuel (1484–1530) thematisiert die Ausstellung die Umbruchzeit des späten 15. und frühen 16. Jahrhunderts.
zvg / Christine Moor, Historisches Museum Bern

Ja doch, der Tod ist ein frivoler Geselle. Für Christus am Kreuz hat er ein Grinsen übrig, einer Dame langt er ins Mieder, und wenn ihn der Maler so zeigt, als Knochenmann mitten im Leben, und sich dabei selber ins Bild rückt, dann streckt er seine kalten Finger aus und führt ihm den Pinsel.

24 solche Szenen zählt der «Berner Totentanz», den Niklaus Manuel kurz nach dem Jahr 1500 geschaffen hat. Im Herbst wird das Werk aus dem ersten Untergeschoss, wo es derzeit noch die Geschichte der Stadt Bern illustriert, in den Neubau gezügelt: Das Bernische Historische Museum widmet Manuel seine kommende Sonderausstellung zum 500-Jahr-Jubiläum der Reformation (ab 13. Oktober). Grössere Bühne, grösserer Kontext – der Künstler soll nicht nur als Künstler auftreten, sondern auch als Söldner, Theaterautor, Staatsmann und Wegbereiter der Reformation. Niklaus Manuel nämlich sei, so sagte es Mu­seums­direk­tor Jakob Messerli gestern vor den Medien, mit seinem ganzen Leben «exemplarisch» für die Turbulenzen, die Europa durchmachte, als das Mittelalter aufhörte und die frühe Moderne begann.

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