Herrlicher Unfug

The Monofones covern auf ihrem Album 80er-Jahre-Metal-Songs – und zwar nicht die guten.

Die Band Monofones.

Die Band Monofones. Bild: monofones.com

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Obwohl The Monofones den hiesigen Ohrenärzten seit ihrer Gründung eine Heerschar an kopfnickenden, headbangenden und pogo-tanzenden Neupatienten bescherten, ist des grobfahrlässigen Unfugs nicht genug. Die Berner Punk-Garage-Formation, bestehend aus Miss Olive Oyl aka Gisela Feuz (die auch für den «Bund» schreibt), Sir Hamesly und El Miguel veröffentlicht anlässlich ihres 11-jährigen Bestehens nun das bereits fünfte Album «Fröm Höll».

Liebevoll vermonofont

Das Cover der neuen Scheibe ist an Motörhead angelehnt und lässt erahnen: Wir bewegen uns hier – zumindest visuell – in neuen metallrockartigen Gefilden. «Fröm Höll» ist eine zarte Huldigung des Heavy-Metal und der eher ländlich angesiedelten Chilbi-Rockmusik, entstanden durch unablässiges Drängeln des Gitarristen Sir Hamesly. Denn der wurde bereits als Hair-Metal-Eiferer geboren, er konnte nicht anders, als seinen Bandmitgliedern jahrelang in den Ohren zu liegen, endlich mal eine Platte ganz nach seinem Gusto zu fabrizieren.

Mit Schaudern im Nacken erinnern wir uns an Lieder wie «Running Free» von Iron Maiden oder «Living After Midnight» von Judas Priest. Doch den versierten Anhängerinnen und Anhängern der gepflegten 60s-Lo-Fi-Garage-Trash-Mucke sei an dieser Stelle versichert: Hier werden nicht einfach Titel gecovert, nein, jeder Song wurde liebevoll vermonofont. Also immer noch ein rumpeliges Schlagzeug, eine anständig verzerrte Gitarre, ein bisschen Fuzz, viel Dramaturgie, Grössenwahn und eine Frauenstimme so brachial, dass man selbst mit Ohrenschutz bestückt Gefahr läuft, einen Hörsturz zu erleben – oder sich gottlos in sie zu verlieben.

ISC, Freitag, 11. Januar, 21 Uhr (Der Bund)

Erstellt: 10.01.2019, 06:39 Uhr

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