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Gewieftes Spiel mit Rossini

Wie inszeniert man einen Opern-Gassenhauer auf zeitlose Art? Regisseurin Cordula Däuper beschert dem Berner Stadttheater einen künstlerisch niet- und nagelfesten «Barbiere di Siviglia».

Die gar nicht unschuldige Unschuld Rosina (Eleonora Vacchi) und der zwielichtig-pfiffige Barbier (Todd Boyce).
Die gar nicht unschuldige Unschuld Rosina (Eleonora Vacchi) und der zwielichtig-pfiffige Barbier (Todd Boyce).
Annette Boutellier

Eine bestechend simple Idee: Als einziges Ausstattungselement dient Bühnenbildnerin Mareile Krettek ein grosser, meist leuchtender Würfel, der Pinnwand, Projektionsfläche für Video­einspielungen und gefängnisartiges Gemach gleichermassen ist.

Natürlich hängt das Funktionieren eines derart reduzierten Bühnenbilds davon ab, wie Regie und Ensemble damit umgehen – was in Cordula Däupers Inszenierung des «Barbiere di Siviglia» über weite Strecken als schlicht hinreissend bezeichnet werden kann. Die Figuren nehmen Gioachino Rossinis allseits bekannte Ouvertüre zum Anlass, sich selbst vorzustellen, mit Schildern, deren Aufschriften auch gleich verraten, mit welchen Charakteren man es zu tun kriegt.

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