Genie und Schönheit

«Bombshell – The Hedy Lamarr Story» erzählt von der Schauspielerin, deren Erfindung den Zweiten Weltkrieg hätte beeinflussen können.

Sie hatte mehr zu bieten als nur ein makelloses Gesicht: Hedy Lamarr (1914–2000).

Sie hatte mehr zu bieten als nur ein makelloses Gesicht: Hedy Lamarr (1914–2000). Bild: zvg

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«Ihre Schönheit war ihr Fluch»: Die Amerikaner haben es ja gerne markig in ihren Dokumentarfilmen, aber in diesem Satz über Hedy Lamarr steckt wohl doch mehr Wahrheit als PR. Denn das Leben der als Hedwig Eva Maria Kiesler geborenen Schauspielerin hätte andere Wendungen genommen, wenn ihr Äusseres nicht so makellos schön gewesen wäre.

1914 in Wien in eine jüdische Familie geboren, verlässt Hedy mit 15 die Schule und wird Schauspielerin. Mit 19 heiratet sie den Industriellen Fritz Mandl, der als Waffenfabrikant mit den Nazis Geschäfte macht – und krankhaft eifersüchtig ist. Als Dienstmädchen verkleidet, flieht Hedy heimlich, bevor der Zweite Weltkrieg ausbricht. Auf dem Dampfer nach Amerika trifft sie den Produzenten Louis B. Mayer – einen der mächtigsten Männer Hollywoods. Bald spielt sie in grossen Filmen, bald wird sie als die «schönste Frau der Welt» vermarktet.

Der Aufstieg zu einem der glamourösesten Stars der 40er-Jahre ist aber nur eine Seite von Hedy Lamarrs Geschichte. Die andere ist die einer notorisch unterschätzten Frau. Denn in Lamarr wohnte ein enormes technisches Talent. So entwickelte sie für den Flieger Howard Hughes aerodynamischere Flugzeugflügel, und während des Weltkriegs tüftelte sie ein Radiofrequenzsystem aus, das den Alliierten einen abhörsicheren Funkverkehr ermöglicht hätte – wenn man sie denn ernst genommen hätte. Lamarrs Erfindung ist die technische Grundlage für heutige sichere Bluetooth- und Wifi-Verbindungen.

Die amerikanische Regisseurin Alexandra Dean erzählt Hedy Lamarrs Geschichte im Film «Bombshell – The Hedy Lamarr Story». Sie musste sich bei der Recherche auch mit der Frage auseinandersetzen, ob Lamarr tatsächlich die Erfinderin des Frequenzwechsels war – oder nur eine Spionin, die den Deutschen die Idee abgeluchst hatte. Irgendwann tauchten unvermutet Tonbänder auf, auf denen Lamarr selber ihre Erfindung erklärt: ein weiteres erstaunliches Kapitel einer unglaublichen Geschichte.

Kino Lichtspiel, Donnerstag, 6. September 20 Uhr (Der Bund)

Erstellt: 06.09.2018, 07:55 Uhr

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