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«Wir sorgen auch für Nachwuchs»

Gestern zog Redaktion Tamedia eine kritische Bilanz über die neue Sendestruktur beim Schweizer Fernsehen. Nun nimmt das SF Stellung.

Seit Anfang 2011 hat SRF mit Ruedi Matter einen neuen Chef. Als solcher kündigte er damals an, welche inhaltlichen Ziele er in Bezug auf das Programm des Schweizer Fernsehens verfolgt: mehr Relevanz, mehr Kultur, mehr Mitteparteien in der «Arena». Um diese Ziele zu erreichen, stellte man in den vergangenen Monaten Sendungen um und präsentierte neue Gefässe. Redaktion Tamedia nahm diese gestern kritisch unter die Lupe (siehe Artikel in der Box links). Natürlich sieht das SRF die Angelegenheit anders – und nahm zu unseren Hauptvorwürfen Stellung.

Vorwurf 1: SRF setzt vor allem auf altgediente Leute, man hat die Nachwuchsförderung verschlafen.SRF: Bekannte Moderatoren sind für SRF von zentraler Bedeutung, da sie dem Sender ein eigenständiges Gesicht verleihen. So haben wir eine Reihe von Leuten, die über Jahre hinweg bewusst aufgebaut wurden und sich in verschiedensten Formaten weiterentwickeln konnten (z.B. Nik Hartmann in der Unterhaltung, Cornelia Bösch in der Information). Aber natürlich ist es auch wichtig, für Nachwuchs zu sorgen. Wir haben eine ganze Reihe solcher junger Moderatoren, die wir entdeckt, in unseren Castings getestet und dann aufgebaut haben. So zum Beispiel Tobias Müller, ehemals Radio FM 1, der neue Moderator von «Einstein», den Hackbrettspieler Nicolas Senn, ab 2012 Moderator einer Volksmusiksendung, oder Sara Hildebrand, ehemals Radio FM 1, seit 2010 Moderatorin von «Glanz & Gloria». Weiter haben wir Moderatoren wie Urs Wiedmer (neu «Arena») oder Martin Stucki (neu «SF Börse»), die 2011 vom Radio an den Bildschirm gewechselt haben oder noch wechseln werden.

Vorwurf 2: Bei neuen Sendungen übernimmt SF fast nur noch vorgegebene Formate aus dem Ausland oder wärmt alte Formate auf. SF fehlt die Innovationskraft – insbesondere am Samstagabend.SRF: Für dieses Jahr haben wir diverse neue Sendungsformate entwickelt wie «Alpenrose» oder ab 15. Oktober das Familien-Quiz «Check-in». Auch die diesjährigen Sendungen «Das kleine Paradies», «Die Jungbauern» und «Familiensache» unter der Dachmarke «SF bi de Lüt» stammen alle aus unserer Küche. Zudem geht SRF mit dem trimedialen Projekt «Treffpunkt Bundesplatz» zu den nationalen Wahlen gänzlich neue Wege. Die Abteilung Unterhaltung macht sich grundsätzlich Gedanken zum Samstagabend, beispielsweise zu Highlights mit längeren und kürzeren Staffeln, grossen Einzelsendungen wie «Alpenrose», einem grossen Comedy-Abend oder einem Quiz. Sogenannte Event-Staffeln und Themenshows wie «Die grössten Schweizer Talente» sind bei unserem Publikum beliebt. Daher werden wir sie im Block programmieren und bei Erfolg ein Jahr später wieder aufnehmen. Grundsätzlich sind Castingshows Teil der heutigen Event-Fernsehszene. Solange dieses Format beim Publikum so gut läuft wie «Die grössten Schweizer Talente» wird SRF dieses Genre anbieten. Zu den älteren Formaten: «Benissimo» ist auch 2012 eingeplant. Der Entscheid, ob die Miss-Schweiz-Wahl weitergeführt wird, wird erst nach der diesjährigen Ausgabe vom 24. September gefällt.

Vorwurf 3: Herr Matter versprach bei Amtsantritt mehr Satire, gleichzeitig wird «Giacobbo/Müller» nach hinten versetzt. Satire fristet ein trauriges Dasein beim SF.SRF: Bei der Programmplanung zählt immer das Gesamtbild: «Giacobbo/Müller» läuft nun eine halbe Stunde später, weil «Kulturplatz» und «Reporter» neue Sendeplätze erhielten. Bei «Giacobbo/Müller» spielte es in der Vergangenheit keine Rolle, ob der Start vor oder nach 22 Uhr erfolgte: Der Marktanteil bewegte sich stets um 35 Prozent. Ausserdem passt «Reporter» vom Zuschauerprofil her besser zu «Giacobbo/Müller» als der «Tatort», an den das Satireformat bisher anschloss. Beide Sendungen zielen auf ein eher urbanes Publikum. Ausserdem sollen im nächsten Sommer auf den 20 freien Sonntagabend-Terminen neue Comedy-Sendungen platziert werden, wo unter anderem auch junge Comedians die Möglichkeit haben, sich vorzustellen. Die Vorbereitungen laufen, brauchen aber etwas Zeit.

(Antworten: Andrea Hemmi, Leiterin Unternehmenskommunikation SRF).

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