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Unsere Missen, der Klebstoff der Nation

Immer, wenn es um den nationalen Zusammenhalt geht, bringt SF eine mehrsprachige Sendung. Der nächste Anlass dieser Art: die Miss-Schweiz-Wahl.

Ob 700-Jahr-Feier der Eidgenossenschaft, ein SRG-Jubiläum oder eine 1.-August-Feier, das Schweizer Fernsehen handelt übergeordnete nationale Angelegenheiten mit mehrsprachigen Sendungen ab. Die Moderatoren jeder Landessprache stehen dann nebeneinander, setzen ein angestrengtes Lächeln auf und markieren Einigkeit. Jeder spricht in seiner Sprache, man hört also alles drei mal, wenns politisch besonders korrekt sein muss sogar vier Mal. Dem Fluss der Sendungen ist dies nicht unbedingt dienlich, jede Schulfernsehsendung ist im Vergleich spannend wie ein Action-Streifen. Selbst das Schweizer Fernsehen gibt zu, dass dabei der Service Public und nicht der maximale Unterhaltungsfaktor im Vordergrund stehe.

Die neue Helvetia

Die SRG hat die Anzahl mehrsprachiger Sendungen in den letzten Jahren reduziert – von überragender Bedeutung bleibt aber die Miss-Wahl. Dieses Jahr findet sie im Tessin statt, moderiert von der Tessiner Ex-Miss-Schweiz Christa Rigozzi und dem TSI-Moderator Matteo Pelli. Für die Deutschschweiz kommentiert Sven Epiney. Um einen Erst-August-Groove zu vermeiden wird Epiney während der Sendung aber nicht auf der Bühne stehen, sondern aus dem Off moderieren.

Ein Schönheitswettbewerb als Klebstoff der Nation? Die Miss Schweiz als moderne Helvetia? Geht es nach dem Schweizer Fernsehen, könnte man es meinen. Und das Schweizer Fernsehen – so heisst es zumindest – ist ja bloss ein Spiegel der Gesellschaft.

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