Zum Hauptinhalt springen

TV-Kritik: «Will Kurs machen, muss Pistole haben»

Was brauchts zum Schnüffler? Die SF-Sendung «Reporter» stellte gestern die Schweizer Akademie für Privatdetektive vor.

Bruno Strebel hat den gleichen Beruf wie TV-Detektiv Matula, ist auch seit Jahrzehnten im Dienst und sieht ihm obendrein ähnlich. Und wenn er auf Observation geht, trägt er die gleiche Lederjacke. Im Unterschied zu Matula treibt er sich aber nicht mehr ausschliesslich auf den Strassen herum, sondern ist Unternehmer. Strebel hat vor einem Jahr eine Akademie für angehende Privatdetektive gegründet. In 200 Lektionen macht er aus seinen Schülern Schnüffler. Kostenpunkt: 8500 Franken. Voraussetzungen sind die Niederlassungsbewilligung C und ein sauberer Strafregisterauszug. Das will nicht allen in den Kopf. «Will Kurs machen, muss Pistole haben», tönt es laut Strebel von gewissen Kandidaten.

Strebel ist ein dankbares Objekt für einen Dokfilm. Aus dem 60-Jährigen sprudeln Bonmots und knackige Anekdoten. Wenn er über seinen Job spricht, fallen solche Sätze «Wie ein Bluthund musst du sein!» oder «wie ein Chamäleon!». Das ist umso hübscher, als es sich dabei um Ton-Bild-Scheren handelt. Denn zumindest die Trainingseinsätze, die Strebel durchführt, sind an Eintönigkeit nicht zu überbieten. Einer seiner Schüler muss einen Abwart nach verdächtigen Hausbewohnern befragen (wobei der Abwart Strebel selbst ist). Jemand anders chauffiert einen schlecht gelaunten Prominenten durch die Gegend (Strebel übernimmt die Rolle des meckernden Promis). Auch das Mikrofon, das auffällig-unauffällig bedient wird, ist zum Brüllen.

Um diesen Artikel vollständig lesen zu können, benötigen Sie ein Abo.