«Nazi» gibt Projer und Rigozzi einen Korb

Kommende Woche wird erstmals «Arena/Reporter» ausgestrahlt. Noch bevor die Sendung startet, kommt es zum Eklat.

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Am 11. Juni startet das neue SRF-Format «Arena/Reporter» mit Jonas Projer und Christa Rigozzi. Thema der ersten Sendung ist die umstrittene Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde Kesb. Als Fallbeispiel dient die Geschichte von Christian Kast. Dieser entführte seine Kinder 2015 aus der Obhut der Kesb und schickte sie zusammen mit seiner Ehefrau auf die Philippinen.

Kast sollte am 11. Juni im Publikum der «Arena» sitzen und an der Diskussion teilnehmen. Zuvor werde eine «Reporter»-Sendung ausgestrahlt, die seine Geschichte erzählt. Für seine Teilnahme soll Kast vom Schweizer Fernsehen mit 600 US-Dollar entschädigt werden.

Doch dazu kommt es nun doch nicht. Kast gibt der Sendung einen Korb, berichtet der «Blick». «Ich werde nicht an der Arena teilnehmen. Dies würde der Sache schaden, sorry», heisst es in einem Statement auf Facebook.

«Meldet euch, ein Nazi wartet»

Bei Kast handelt es sich allerdings nicht nur um einen Kesb-Kritiker. Auf Facebook fällt der 48-Jährige durch radikale und rassistische Posts auf. Dies ergeben Recherchen von Blick.

So schrieb der SRF-Gast vor einigen Monaten: «Go home to Afrika». Und drohte offen damit, Schwarze zu erschiessen: «Kugel, keine Kugel, Kugel...» An die Adresse von «Volksverrätern» postete Kast: «Meldet euch, ein Nazi wartet.» Nach dem Anschlag in Manchester schrieb er: «Mohammed steht auf Kinder.» Und immer wieder veröffentlicht er Kriegsfantasien: «Nicht mehr lange, dann fliesst Blut.» In einem anderen Beitrag bezeichnete er sich selbst als «Scharfrichter für Sommaruga».

SRF wusste von Kasts Gesinnung

Warum wollte das Schweizer Fernsehen einen selbsternannten Nazi in eine Sendung einladen? Bei SRF reagiert man ausweichend. «Er wird sich der Debatte stellen», sagte ein Sprecher gegenüber «Blick». «Selbstverständlich» habe SRF von den Facebook-Aussetzern des Gastes gewusst. Man werde diese in der Sendung auch thematisieren, hiess es, bevor Kasts Absage bekannt war. «Aus Persönlichkeitsschutz-Gründen und aus Pietät verzichten wir im «Reporter» aber auf die krassesten Aussagen», so der Sprecher.

Kast bestreitet gegenüber «Blick», ein Nazi zu sein. Beim betreffenden Post, der gestern noch immer online war, handle es sich um eine Fälschung, behauptet er. Doch giesse er gerne Öl ins Feuer.

(chi)

Erstellt: 03.06.2017, 13:26 Uhr

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