Nackt unter der Dusche, Kochen mit Mama

Janosch Nietlispach, der neue Bachelor auf 3+, zeigte in der ersten Folge, was von ihm zu erwarten ist.

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Vanessa Simon@tagesanzeiger

Nach Politikersöhnen, Ex-Fussballern und Ex-Mistern nun also ein Profisportler. Janosch Nietlispach heisst der neue Bachelor, der seit gestern Abend auf 3+ nach der «grossen wahren Liebe» (Nietlispach) sucht. Der 28-Jährige ist vierfacher Kickbox-Weltmeister und Mitbesitzer von zwei Crossfit-Studios in Hünenberg ZG und Luzern. Er lerne zwar immer wieder Frauen kennen, erklärt Janosch mit spitzbübischem Lächeln im Pool auf Ko Samui, bislang habe er die «Richtige» aber noch nicht gefunden. Der gelernte Polygraf ist sich sicher, dass sich das in der Sendung ändern wird: «Wo süsch?»

Nietlispach erfüllt schon in der ersten Folge der neuen Staffel alle Erwartungen, die man an einen Bachelor stellt: Er zeigt sich nackt unter der Dusche, kämpfend im Boxring, mit Sonnenbrille im Jeep und zu Hause beim Kochen mit Mama – sie sei eine «gute Freundin und ein Mentor». Janosch ist Mamas «Liebling». Übrigens: Seine Traumfrau muss einfach «unternehmungslustig sein und viel mit ihm unternehmen», eine sportliche Figur ist ihm unwichtig. Das Vorurteil des oberflächlichen Sportlers räumt er also gleich am Anfang aus dem Weg. Ob man dem Glauben schenkt, soll jeder für sich entscheiden.

Auch die Off-Stimme von 3+ stellt Janosch vor. Sie haut, wie immer, die besten Sprüche raus und bezeichnet Janosch als «Krieger mit dem Herzen eines Löwen». Er sei ein Mann, «der extrem viel Liebe gibt und ein bisschen Macho ist». Dazu werden Bilder vom Checker-Blick in den Spiegel oder vom einen oder anderen schelmischen Blick aufs «Füdli» der 21 Kandidatinnen gezeigt.

«Schnitzelschnittchen»

Wie jedes Jahr bieten die Anwärterinnen allerhand Sehens- und Staunenswertes. Über blond, brünett bis hin zu Frauen mit pinkfarbener Haarpracht – so unterschiedlich die Haarfarben der neuen Kandidatinnen sind, sind auch ihre Persönlichkeiten. Langweilig wird es dem Zuger Junggesellen garantiert nicht. Da wäre die Österreicherin Christina «Schnitzelschnittchen», wie sie von der Off-Stimme genannt wird, oder Silvie, die im Playboy-Kostüm mit Bunny-Ohren auftaucht und der es beim Anblick des Bachelors gleich einmal die Sprache verschlägt – die Gute weiss nicht mal mehr ihren Namen. Céline hingegen ist besonders stolz auf ihre Brüste und will vor allem mit diesen um die Gunst des Bachelors kämpfen. Und auch zwei beste Freundinnen sind mit dabei: Vesna und Kristina aus dem Kanton Zürich, die «voll die Partygänger» sind. Ob sie noch gemeinsam Party machen, wenn eine von ihnen rausfliegt, werden wir sehen.

«Eifach wow»

Die «Ladys» gaben in der ersten Sendung bereits alles, um zu überzeugen: Es wurde gebacken, gesungen, gedichtet und geschleimt. Und Janosch: Der gibt ab und zu ein paar fantasielose Sprüche von sich wie «Du chline Sunneschii, we du mi alächlisch, geit bi mir d Sunne uf», «E wunderschöni Perle» oder «Eifach wow».

Janosch schickt in der ersten Folge dann auch gleich drei Kandidatinnen nach Hause: Für Jana, Linda und Monya ist das Abenteuer «Bachelor» auf Ko Samui schon zu Ende. Nach der «Nacht der Rosen» kämpfen in den nächsten Wochen nur noch 18 Damen um die Gunst des Bachelors.

Die Vorschau auf die gesamte Staffel zeigt: Den Zuschauer erwarten auch dieses Jahr Stripeinlagen, Knutschereien, Grabschereien, Zickenkrieg und natürlich viel Geläster. In der fünften Staffel von «Der Bachelor» bleibt also immer noch alles beim Alten. Aber wieso die Welt neu erfinden, wenn es beim Publikum gut ankommt?

Janosch bedient alle Klischees

Schon vier Männern durften wir zusehen, wie sie sich aus 21 Frauen nach mehr oder minder spassigen Dates ihre Herzdame auswählten. Geklappt hat es in der Sendung bislang aber bei keinem mit der grossen Liebe. Ur-Bachelor und Sohn vom Zürcher Stadtrat Filippo Leutenegger, Lorenzo Leutenegger, überzeugte die Damen vor allem mit seiner Männlichkeit. Darauf folgte 1.-Liga-Fussballer Vujo Gavric. Sein sonnenverbranntes Gesicht sowie seine lallenden Anmachsprüche bleiben in Erinnerung. Auf Vujo folgte dann Rafael Beutl, Ex-Mister-Schweiz-Kandidat und Model. Und letztes Jahr war Mister Schweiz 2001 Tobias Rentsch an der Reihe, der aus einem getragenen Schuh Champagner trank – weil gerade keine Gläser zur Verfügung standen.

Nun soll also Janosch die Bachelor-Ära weitertragen. Bisweilen macht er das ganz gut. Er bedient alle Klischees – vom liebevollen Mamasöhnchen bis zum gut aussehenden Macho. Janosch Nietlispach scheint die besten Voraussetzungen für einen angemessenen Bachelor zu haben. Und es sieht sogar ganz so aus, als könnte er seine Vorgänger in Sachen Schamlosigkeit noch toppen: Eine Videovorschau zeigt, dass er sich in der Sendung noch mit zwei Frauen gleichzeitig vergnügen wird.

DerBund.ch/Newsnet

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