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Müllers Bauch hat (an Bedeutung) abgenommen

Giacobbo und Müller sind zurück. Wichtigste Änderung: Mike Müllers Körperfülle ist nicht mehr das Hauptthema. Mit sich selbst beschäftigen sie sich aber immer noch gerne. Und das ist gut so.

Vier Monate Ferien seien halt schon etwas wenig, meint Viktor Giacobbo. Und suhlt sich in Selbstmitleid. Von den Ferien hatte Peter Tate nichts gewusst: «Mir hat niemand etwas von Sommerpause gesagt, ich stand jeden Sonntag da.» Ansonsten gibt es nichts, was unbemerkt an ihm hätte vorbeigehen können, an der Sendung hat sich kaum etwas geändert: Kosovo-Albaner Mergim Muzzafer erklärt noch immer die Schweiz, Peter Tate ist noch immer mit himself da und am Schluss gibt es noch immer die legendäre Zusammenfassung für die englischsprachigen Zuschauer.

Ganz untätig waren Giacobbo und Müller in der Sommerpause allerdings nicht. Sie waren besser vorbereitet als auch schon – was der Sendung nicht nur gut tat. In früheren Sendungen waren oft jene Momente am charmantesten, in denen einer der beiden vom vorgegebenen Plan abwich und den Partner zu einer spontanen Reaktion herausforderte. Dies kam am Sonntag kaum vor. Die Sendung lief wie am Schnürchen, das Tempo stimmte – eine spontane Auflockerung zwischendurch hätte aber nicht geschadet.

Gestörtes Essen

Giacobbo und Müller waren für einmal nicht dann am besten, wenn sie jemanden imitierten, sondern wenn sie ihre vermeintlich eigenen Probleme zum Thema machten. Und diese bestehen nicht mehr zur Hauptsache aus Mike Müllers Bauchumfang. Zu leiden hat Müller auch unter seiner Popularität. Da sass er mit einer schönen Frau in einem edlen Restaurant und wurde von einem ekligen Herrn Boppeler (Giacobbo) belästigt, der ihn aus dem Fernsehen kennt. Ein wunderbarer Einspieler.

Das politische Hauptthema der letzten Wochen kam erstaunlicherweise kaum vor: Bundesrat Schmid. Vielleicht, weil sich die nachfolgende Satiresendung, «Classe politique», dem unglücklichen Verteidigungsminister widmete. Was die Frage aufwirft: Warum bringt SF seine zwei Satire-Sendungen gleich hintereinander, nicht einmal getrennt durch einen Werbeblock? Auf die «Tagesschau» folgt schliesslich auch nicht gleich «10 vor 10». Doch das müsste man die Chefin fragen, die, wie Giacobbo erklärt, nicht wie sonst üblich eine Deutsche, sondern eine Holländerin sei.

Einen Gastauftritt hatte das Duo «Ohne Rolf», das ausschliesslich über bedruckte Plakate kommuniziert. Was live auf der Bühne hervorragend funktioniert, wirkt auch im Fernsehen. «Ohne Rolf» gehört zum Erstaunlichsten, was die Schweizer Kleinkunstszene zurzeit zu bieten hat. Talk-Gast der Sendung war Nationalrat Peter Spuhler. «Hi Peter», meinte Peter Tate, «Hi Peter», antwortete Spuhler. Der Unternehmer war eine sympathische Zielscheibe, auch wenn er auf alle heikle Fragen nur die offiziellen Parolen von sich gab. Über die SVP zu sprechen macht halt irgendwie immer Spass. Egal, was das Gegenüber sagt.

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