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Mit Mani-Matter-Song gegen das Formtief

Aussenministerin Micheline Calmy-Rey steht arg in der Kritik. Da kommt ein Auftritt im «Donnschtig-Jass» des Schweizer Fernsehens gerade recht.

Bereits einmal als Sängerin auf der TV-Bühne: Micheline Calmy-Rey im Westschweizer Fernsehen (2007).

Vor drei Jahren überraschte die damalige Bundespräsidentin Micheline Calmy-Rey mit einem Auftritt als Sängerin im Westschweizer Fernsehen (TSR). In der Show des in der Romandie bekannten Entertainers Alain Morisod trug sie das Lied «Les trois cloches» vor. Das ist ein Lied des Waadtländers Jean Villard-Gilles, das die grosse französische Sängerin Edith Piaf gesungen und bekannt gemacht hatte. «Dies war mein einziger Auftritt», liess Calmy-Rey damals verlauten. Doch heute siehts wieder anders aus.

Jetzt zieht es die Aussenministerin als Protagonistin wieder auf die Bühne einer Fernsehshow. Die SP-Magistratin, die kürzlich ihren 65. Geburtstag feiern konnte, ist diese Woche im «Donnschtig-Jass» des Schweizer Fernsehens (SF) zu sehen und zu hören. Bis zu einer halben Million Menschen verfolgen die volkstümliche TV-Sendung, die in Visp (VS) Halt macht. Im Zuschauerwettbewerb wird Calmy-Rey ein Lied von Mani Matter (1936-1972) vortragen - und sie wird dies in Berndeutsch tun. «Dene, wo's guet geit»: So heisst der Song, den die Bundesrätin für ihren TV-Auftritt ausgewählt hat. Vielleicht liefert das bekannte Matter-Lied sogar versteckte Botschaften über den Zustand des Bundesrats.

Wegen Libyen-Affäre in der Kritik

Den Auftritt in einer viel beachteten Fernsehsendung kann Calmy-Rey gut gebrauchen, denn in den letzten Wochen hat ihre Popularität arg gelitten. Seit bekannt geworden ist, dass die Aussenministerin eine Befreiungsaktion für die Schweizer Geiseln in Libyen geplant haben soll, steht sie stark in der Kritik. Bürgerliche Politiker wollen, dass der Libyen-Bericht der Subkommission der Geschäftsprüfungskommission (GPK) noch vor Dezember vorliegt - damit soll ihre Wahl zur Bundespräsidentin verhindert werden. Ob sich innerhalb des Bundesrats eine Allianz gegen Calmy-Rey gebildet hat, wie die Zeitung «Sonntag» berichtete, lässt sich nicht bestätigen. Fakt ist, dass sie isoliert ist.

Dass sie im «Donnschtig-Jass» auftreten wird, nutzen bürgerliche Politiker für eine weitere Breitseite gegen Calmy-Rey. Ob sie denn ausgerechnet in diesem Moment nichts Wichtigeres zu tun habe, lautet die Kritik, die im «SonntagsBlick» sowie «Le Matin» geäussert wurde. Politiker, die ihr nahe stehen, nehmen sie in Schutz. Der Auftritt für die TV-Sendung werde im Bundeshaus aufgezeichnet und falle in die Sommerferien. Die Amtsgeschäfte der Aussenministerin würden in keiner Weise darunter leiden.

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