«Man wird über sie reden, ob mit oder ohne Uniform»

Hintergrund

Das Schweizer Fernsehen und die Heilsarmee halten am umstrittenen Auftritt der Freikirche beim Eurovision Song Contest fest.

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Philippe Zweifel@delabass

Nachdem der Veranstalter des Song Contest den Auftritt der Heilsarmee-Band bemängelte, hat die die Heilsarmee nun Stellung bezogen. Die Freikirche glaubt daran, dass sie gemeinsam mit dem Schweizer Fernsehen «eine kreative Lösung» finden kann. Gestern war bekannt geworden, dass die Heilsarmee-Band gegen die Regeln des Contest-Veranstalters, der European Broadcasting Union (EBU), verstösst. Die Statuten erlauben keine Beiträge, die «politischer oder ähnlicher Natur» sind. Auch kommerzielle Botschaften sind verboten.

Für die Heilsarmee ist die Darbietung von «You and me» jedoch ein Gesamtpaket. Insbesondere die Auflagen in Bezug auf die Uniform sieht sie laut Künzi als fragwürdig. Der definitive Entscheid für die Teilnahme sei deshalb noch nicht gefällt: «Müsste die Heilsarmee den heute bekannten Auflagen vollumfänglich entsprechen, würde sie von einem Auftritt in Malmö absehen.»

Inkognito chancenlos?

Auch wenn die Heilsarmee-Band nicht teilnehmen sollte, rückt Carroussel als zweitplatzierte Gruppe nicht automatisch nach. Dies ist im ESC-Reglement nicht so definiert. Sowieso will man beim Schweizer Fernsehen noch nichts von Aufgabe hören. Auf Anfrage von DerBund.ch/Newsnet sagt Unterhaltungschef Christoph Gebel, dass die EBU das Reglement sehr rigide interpretiere: «Der besagte Satz schliesst für uns Uniformen nicht zwingend aus. Wir werden mit der EBU nochmals reden.» Die Uniformen seien in Bezug auf den Contest ohnehin nicht das Entscheidende, so Gebel auf die Frage, ob die Salutisten inkognito überhaupt eine Chance am Song Contest hätten. «Nach dem Wirbel um die Band wird man in Malmö über sie reden, ob mit oder Uniform.»

Fragt sich, ob man bei SRF den Wirbel hätte voraussehen müssen. Immerhin handelt es sich bei der Heilsarmee um eine christliche Freikirche, der eine Bühne vor einem 100-Millionen-Publikum eingeräumt wird. «Wir machten sämtliche mögliche Abklärungen und hatten von der EBU die Bestätigung, dass der Song das Reglement erfüllt», so Gebel. «Die Überprüfung der Songs und Künstler im Detail macht die EBU erst nach der Nomination.»

DerBund.ch/Newsnet

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