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Lame Duck in Leipzig

Ein kraftloses Kommissarenduo und eine schwache Story: Der «Tatort» «Blutschuld» blieb dem Publikum selbst einiges schuldig.

Hauptkommissare Eva Saalfeld und Andreas Keppler ermitteln auf der Müllhalde.
Hauptkommissare Eva Saalfeld und Andreas Keppler ermitteln auf der Müllhalde.
PD
Getötet wurde der Unternehmer Harald Kosen.
Getötet wurde der Unternehmer Harald Kosen.
PD
Und was hat er mit dem Mord zu tun?
Und was hat er mit dem Mord zu tun?
PD
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Ein Krimi, der direkt aus der Keimzelle der Gesellschaft und uns Familientieren aus dem Herzen heraus gebrochen wurde, gehört oft zum Besten, was das Sonntagsformat zu bieten hat. Da brauchts dann weder Mafia noch Milieu, weder Kompliziertheit noch Klischee. Der Amoklauf in «Familiensache» etwa, der Novemberepisode von «Polizeiruf 110», traf einen Nerv, trieb uns Tränen ins Auge und machte die Medien kirre. Aber ach: Jetzt, in «Blutschuld», dem vorletzten Fall des Teams mit den Hauptkommissaren Eva Saalfeld und Andreas Keppler, malt schon der Titel ein so melodramatisches Bild eines familiären Fehltritts, dass die Geschichte dazu eigentlich nur danebengehen kann. Lame Duck in Leipzig. Dabei kriegt «Blutschuld» anfangs durchaus die Kurve. Regisseur und Drehbuchautor Stefan Kornatz, der mit «Es ist böse» (2012) Grossartiges für den «Tatort» geleistet hat, schickt einen jungen Mann mit Messer im Hals auf einen irren Heimweg. Die Leute glotzen, die Verwandten motzen, die Welt fliegt in Fetzen vorbei, und käme nicht die Polizei, könnte alles bloss ein schlechter Trip gewesen sein. Vier Jahre später ist Messermann wieder da: Patrick Kosen (der 25-jährige Tino Hillebrand hatte zu Recht auch schon Burgtheater-Auftritte), aus dem Gefängnis entlassen, geht allen mit seiner Wiedergutmachungsmission auf den Wecker.

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