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«Kokain ist nicht nur ein urbanes Thema»

«Schweiz aktuell» berichtet diese Woche in einer Serie über die «Kokain-Hochburg Zürich». Redaktionsleiter Daniel Pünter über die für das Gefäss ungewöhnliche Idee.

Vom «Schweiz aktuell»-Studio in die Schweizer Koks-Hölle: Moderatorin Claudia Weber ...
Vom «Schweiz aktuell»-Studio in die Schweizer Koks-Hölle: Moderatorin Claudia Weber ...
SRF/Oscar Alessio
... ist diese Woche den Drogen auf der Spur. In der ersten Sendung besucht sie den Flughafen Zürich.
... ist diese Woche den Drogen auf der Spur. In der ersten Sendung besucht sie den Flughafen Zürich.
Screenshot SRF
Ich bin auch eine Koks-Unterlage: In einer der kommenden Sendungen wird «Schweiz aktuell» Kokser in den Ausgang begleiten. Auf der Autofahrt wurde schon mal eine erste Linie Kokain geschnupft – auf dem iPhone.
Ich bin auch eine Koks-Unterlage: In einer der kommenden Sendungen wird «Schweiz aktuell» Kokser in den Ausgang begleiten. Auf der Autofahrt wurde schon mal eine erste Linie Kokain geschnupft – auf dem iPhone.
Screenshot SRF
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Eine Kokain-Themenwoche bei «Schweiz aktuell» – passt das Thema zum Gefäss und zum Publikum? Ja, gewiss. Zum Gefäss passt das Thema sehr gut, «Schweiz aktuell» greift immer wieder brisante und kontroverse politische und gesellschaftliche Themen auf. Zum Publikum passt das Thema ebenfalls, weil es hoch relevant und spannend ist. Grundsätzlich auf den ersten Blick zwar kein regionales Thema, aber ein Thema, das in Zürich bestens regionalisiert werden kann. Nirgends in der Schweiz wird so viel geschmuggelt, gedealt, gefahndet, therapiert, geforscht und konsumiert wie in der Region Zürich.

Apropos Relevanz: Wieso hat man auf den doch ziemlich billigen Vermarktungstrick im «Blick» zurückgegriffen (Moderatorin Claudia Weber: «Ich habe gekifft»)? Mit dem Titel waren wir auch nicht glücklich. Wir hatten darauf aber keinen Einfluss.

Wie genau kam man auf die Idee zur Serie? Das Schweizer Fernsehen hat im Verhältnis zur Relevanz des Themas in den letzten Jahren sehr wenig über die verschiedenen Aspekte des Kokainhandels und -konsums publiziert. Es war also naheliegend für mich, dass «Schweiz aktuell» einen Wochen-Schwerpunkt produziert.

Warum eine Serie – und nicht etwa ein «DOK»-Film? Ich könnte mir durchaus einen «DOK» zum Thema vorstellen. Aber als Serie funktioniert das Thema ebenfalls ausgezeichnet. Ich denke, dass das Thema auch für «10vor10» spannend wäre – in meinen Augen sogar noch für weitere Sendungen von SRF.

Mit der «DOK»-Serie Langstrasse zielt man ja in eine ähnliche Richtung. Nicht unbedingt. Wenn das Publikum die beiden Serien vergleicht, wird es feststellen, dass es keine Überschneidungen gibt.

Will sich «Schweiz aktuell» mit solchen urbanen Themen neu positionieren? «Schweiz aktuell» muss sich nicht neu positionieren. Die Sendung berichtet seit jeher regelmässig über urbane Themen und aus den Städten. Übrigens ist Kokain in keiner Weise ein rein «urbanes» Thema, wie die Frage suggeriert, sondern ein alltägliches ohne geografische Grenzen.

Generell fällt auf, dass die Themen aus den Regionen meistens idyllisch daherkommen, die aus den Städten aber – wie jetzt die Kokainserie – kritisch abgehandelt werden. Sollte man das, um dem Stadt-Land-Graben entgegenzuwirken, nicht nivellieren? Diese These stimmt nicht. Die Redaktion behandelt städtische Themen nicht kritischer als ländliche. Das wäre unjournalistisch und naiv. Ich bin aber grundsätzlich der Meinung, dass «Schweiz aktuell» tendenziell etwas mehr Themen aus Städten aufgreifen muss, als dies vor einigen Jahren noch gemacht wurde.

Also berichtet man zu viel aus den Regionen. «Schweiz aktuell» kann grundsätzlich nicht genug aus den Regionen berichten. Das Spannendste und Wichtigste aus den Gemeinden, Kantonen und Regionen zu thematisieren, das obendrein noch exemplarischen Charakter hat und schweizweit interessiert, das gehört zum Kernauftrag der Sendung.

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