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«Ich will wissen, was passiert ist»

Mord soll unverjährbar werden, fordert SVP-Politiker Alfred Heer. Der gestrige «Club» wollte die menschlichen und juristischen Aspekte des Themas beleuchten.

Das letzte Mal, dass jemand Beat Gyger lebend sah, war am Pfingstsamstag 1973. Auf dem Budenplatz in Thun hatte der 14-Jährige noch mit einem Mädchen aus seiner Schule einige Runden auf der Scooterbahn gedreht. Am nächsten Tag fanden zwei Reiterinnen seine Leiche. Sie lag fast 40 Kilometer von seinem Elternhaus entfernt in einem Bachbett. Der Fall wurde nie aufgeklärt. Und selbst wenn heute noch neue Hinweise auftauchen würden: Mord verjährt in der Schweiz nach 30 Jahren.

Dies soll sich ändern. Mit einer Motion will SVP-Nationalrat Alfred Heer erreichen, dass schwere Tötungsdelikte unverjährbar werden. Heer führt zwei Argumente ins Feld: Dank der Auswertung von DNA-Spuren könne die Polizei heute auch Fälle aufklären, die Jahrzehnte zurücklägen. Zweitens gebe es im Schweizer Recht seit Annahme der sogenannten Unverjährbarkeitsinitiative einen Widerspruch: Kinderpornografische Delikte verjähren seither nicht mehr, Mord aber noch immer.

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