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Die zweite Todsünde im «Club»

Spitzenlöhne für CS-Manager: Der «Club» wollte wissen, ob die Lohnexzesse je ein Ende haben werden.

Zum Thema «Die Gier regiert weiter» diskutierten gestern Vertreter aus der Finanzbranche, der Industrie, Ökonomen und Journalisten über die zweite Todsünde – die Gier – in der Finanzwelt. Nicht erstaunlich war deswegen die Liste jener, die die Einladung in die Sendung freundlich abgelehnt hatten: Sergio Ermotti, CEO der UBS, Joseph Jimenez vom Pharmakonzern Novartis und Paul Bulcke vom Nahrungsmittelriesen Nestlé.

Die Positionen und Machtverhältnisse dieser Sendung wurden bereits ganz am Anfang geklärt. Mit seiner ersten Antwort gab Oswald Grübel, ehemaliger CEO der Credit Suisse und UBS, die Richtung der Diskussion an: «Ein Manager-Lohn ist dann unanständig, wenn er in keinem Verhältnis zum Ertrag des Unternehmens steht.» Konkreter wurde er über den Rest der Sendung nur noch selten. Geschickt wich er den Fragen von Moderatorin Karin Frei und der übrigen Diskussionsteilnehmer mit Fachjargon aus. Hinter Finanzsprech versteckten sich auch der Unternehmer Giorgio Behr und die Headhunterin Doris Aebi. Nur liessen sie sich noch etwas häufiger zu Aussagen hinreissen.

Für Laien schwer verständlich

Ein Segen war da SRF-Wirtschaftsjournalistin Patrizia Laeri, die gezielt nachhakte, in die Diskussion eingriff und Fachbegriffe erklärte. Einen aussichtslosen Kampf focht der ehemalige Preisüberwacher und Ökonom Rudolf Strahm. Andauernd wurde er unterbrochen, konnte seine Gedanken in den wichtigen Momenten nicht rasch genug ordnen und verpasste somit den einen oder anderen Auftritt.

Angesprochen wurden in dieser Sendung dann zwar einige Aspekte, wirklich durchleuchtet wurden nur wenige. Die Fragen zur Legitimierung von Managerboni und zu Ausbruchsmöglichkeiten aus diesem «Teufelskreis» wurden umgangen. Gedanken zu einer nachhaltigen Tätigkeit von CEOs wurden nie zu Ende geführt. Das Genossenschaftsmodell, wie es beispielsweise die Migros hat, wurde von Strahm mehrmals hochgelobt und ging wieder vergessen.

Über die Ursachen herrschte einigermassen Konsens

Einig waren sich die Teilnehmer jedoch, dass die Fehler in der Berechnung der Boni 2005 gemacht wurden, als das Bonussystem eingeführt wurde. Auch waren sich alle einig, dass ein Wandel stattfindet. Doris Aebi vermutete den Grund in der Generation der über 50-jährigen CEOs, die Geld nicht mehr als das Wichtigste erachten, da sie ein gewisses «Sättigungsgefühl» erreicht hätten. Giorgio Behr und Patrizia Laeri ergänzten mit der «Generation Y», welche die Situation in einigen Jahren jedoch gründlich verändern könnte.

Doch Oswald Grübel relativierte ziemlich schnell: «Einige Menschen sind gierig, andere sind es nicht. Und wenn wir glauben, dass wir in Zukunft alle Heilige werden, dann täuschen wir uns.» Ebenso nüchtern war dann auch Rudolf Strahms Votum: «Es braucht die Zivilgesellschaft, die korrektiv eingreift, ansonsten machen die Banker einfach weiter.»

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