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«Arena» zu Rupperswil – und viele fragen: Muss das sein?

Heute Abend nimmt die «Arena» das Verbrechen in Rupperswil zum Anlass, über Täter und Opfer zu diskutieren. Kritiker sehen darin einen Affront gegenüber den Angehörigen.

Heikles Thema in der Sendung: Moderator Jonas Projer in einer früheren Ausgabe der «Arena». (Bild: Keystone)
Heikles Thema in der Sendung: Moderator Jonas Projer in einer früheren Ausgabe der «Arena». (Bild: Keystone)

Wieso, fragt SRF auf seiner Website, «kann man Thomas N. nicht einfach wegsperren – und den Schlüssel wegwerfen?». Die Frage ist rhetorisch gemeint, natürlich, trotzdem kann man sich fragen, ob Stammtischsprache hier angebracht ist. Heute Abend, nur Stunden, nachdem am Bezirksgericht Lenzburg der vierfache Mörder Thomas N. verurteilt worden ist, macht die «Arena» das Verbrechen in Rupperswil zum Thema. Im Studio diskutieren SVP-Nationalrätin Natalie Rickli, FDP-Ständerat Andrea Caroni, Psychoanalytiker Peter Schneider sowie der forensische Psychiater Marc Graf über Strafen und Bestrafen im Schweizer Rechtssystem.

In einem Videoaufruf vor der Sendung sagt Moderator Jonas Projer: «Mir fröged eus, was macht mer mit eim, wones Chind missbrucht und vier Mänsche tötet.» Für immer wegsperren, lebenslang verwahren, fragt er – oder nach abgesessener Strafe eine zweite Chance geben? «Diskutieren Sie mit!»

Auf Twitter muss sich SRF nun harsche Kritik gefallen lassen, noch bevor die Sendung begonnen hat. Der Vorwurf: Eine «Arena» zum Verbrechen in Rupperswil sei Quotenbolzerei, es fehle an Sensibilität gegenüber den Hinterbliebenen. Die Fragestellung sei für die Angehörigen der Opfer «eine Zumutung», schrieb etwa CVP-Präsident Gerhard Pfister auf Twitter.

Sein Parlamentskollege, BDP-Präsident Martin Landolt, pflichtete Pfister bei. Andere kündigten an, die Sendung aus Protest nicht zu schauen. Eine weitere Nutzerin fand, man solle dem Täter keine Plattform bieten.

Wiederum andere verteidigten den Entscheid und sehen in der Sendung einen wichtigen Beitrag zur gesellschaftlichen Debatte.

Beim SRF kann man die Kritik nicht nachvollziehen: «Arena»-Moderator Jonas Projer fordert auf Twitter mehr Mut zur Debatte, und TV-Chefredaktor Tristan Brenn klagt – mit einer Spitze gegen andere Medien –, die «Arena» sei zum Fussabtreter der Kritiker geworden.

Wie umgehen mit Straftätern? Und was ist wichtig für die Opfer? Über diese Fragen wolle man heute Abend diskutieren, verspricht Jonas Projer.

Aufklären oder Quote machen – im Idealfall gelingt ihm heute Abend beides.

«Arena», 22.25 Uhr, SRF 1

Aus Rücksichtnahme auf die Opfer und ihre Angehörigen in diesem Fall hat sich die Redaktion dazu entschlossen, unter diesem Artikel keine Kommentare zuzulassen. Wir bitten um Ihr Verständnis.

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