Kopfschmerzen? Hirntumor!

In «Ärzte vs. Internet» mit Moderator Fabian Unteregger treten Mediziner gegen Laien in ein Diagnose-Duell. Ein gelungenes neues SRF-Format.

«Ärzte vs. Internet» mit Fabian Unteregger.

«Ärzte vs. Internet» mit Fabian Unteregger.

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Wenn es irgendwo am Körper plötzlich zwickt und schmerzt, aber die Beschwerden noch ertragbar sind, wollen viele nicht gleich zum Arzt rennen. Stattdessen fragt man das Internet. Je nachdem, was dieses ausspuckt, ist man beruhigt – oder wähnt sich mit einem Fuss im Grab. Kopfschmerzen? Hirntumor! Kurz: Medizinische Internetrecherchen sind Glückssache. Oder nicht?

Genau diese Unsicherheit greift die SRF-Sommerserie «Ärzte vs. Internet» auf. Nicht auf die etwas biedere Art, wie die meisten Gesundheitssendungen, sondern in Form eines Duells. Drei Ärzte, darunter ein Professor für Innere Medizin, treten gegen drei Laien an. Patienten, deren Krankheit auch dem Zuschauer nicht bekannt sind, schildern im Studio ihre Symptome, worauf die Teams innert Minuten eine Diagnose stellen müssen. Wer nach 45 Minuten am häufigsten richtig lag, hat das Duell für sich entschieden.

Erübrigt sich der teure Gang zum Arzt?

Moderiert wird die Sendung, die während der nächsten Wochen noch fünfmal stattfinden wird, von Fabian Unteregger. Der ist ebenfalls Arzt, aber den meisten Zuschauern als Comedian und Promi-Imitator bekannt. Ohne grosse Umschweife oder pseudolustige Witzchen präsentierte er zuerst einen Mann, der berichtete, dass er an plötzlich auftauchenden Schwindelgefühlen litt, während derer es zusätzlich zu starker Übelkeit und Erbrechen kam. Die Teams machten sich eifrig Notizen und konnten den Mann danach auch befragen, wobei dieser nur mit Ja oder Nein antworten durfte. Dann berieten sich die Ärzte, während die Laien losgoogelten. Eine Migräne? Oder ein epileptischer Anfall? Am Schluss tippten beide Teams auf Morbus Menière – ein Flüssigkeitsstau im Innenohr. Richtig!

Aha, dachte da sicher mancher Zuschauer, den teuren Gang zum Arzt kann man sich sparen. Doch schon bald schwächelte Dr. Google, eine Hepatitis-Form wurde als Morbus Wilson gedeutet. Die Ärzte, die ohne medizinische Lexika auskommen mussten, was nicht ihrer Arbeit in der Praxis entspricht, lagen richtig.

Das Format ist gelungen. Gesundheitsthemen interessieren die Menschen, und der spielerische Ansatz vermittelt Wissen auf unterhaltsame Weise. Apropos: Mit dem Handy bzw. Google in der Hand lässt sich als Zuschauer bei «Ärzte vs. Internet» prima mitspielen. Wenns das nächste Mal richtig zwickt, trotzdem lieber zum Doktor gehen: Nach der letzten Runde stand es 6:4 für die Ärzte.

«Ärzte vs. Internet», montags um 20.05 Uhr auf SRF 1. (DerBund.ch/Newsnet)

Erstellt: 10.07.2018, 15:44 Uhr

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