Erneuter Verdacht auf Raubkunst im Berner Kunstmuseum

Ein unveröffentlichter Bericht zeigt: Das wichtigste Legat neben der Gurlitt-Sammlung steht ebenfalls unter Raubkunstverdacht.

Das Kunstmuseum Bern will die Provenienz weiterer 80 Kunstwerke akribisch abklären.

Das Kunstmuseum Bern will die Provenienz weiterer 80 Kunstwerke akribisch abklären. Bild: Adrian Moser

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Die Gurlitt-Sammlung des Berner Kunstmuseums machte jahrelang Schlagzeilen. Bei vielen Werken war die Herkunft unklar, der Verdacht auf Raubkunst stand im Raum.

Nun wird klar, auch die Provenienz der übrigen Werke ist nebulös. Wie das «SRF» kürzlich publik machte, steht das wichtigste Legat, neben der Gurlitt-Sammlung, unter Raubkunstverdacht.

Nikola Doll, Leiterin der Abteilung Provenienzforschung des Kunstmuseums Bern, sagte gegenüber «SRF», dass «dringender Forschungsbedarf» bei zahlreichen Schlüsselwerken bestünde. Dies betreffe vor allem Ikonen der französischen Moderne.

Konkret geht es um die Sammlung des Kunsthändlers Georges F. Keller, der unter Forschenden als «Red Flag» gilt – einer, der mit Raubkunst in Verbindung gebracht wird und sich deswegen auch vor Gericht verantworten musste.

Mit den Nazis kollaboriert

Keller war ein Kunsthändler, der eng mit dem Kunsthändler Étienne Bignou zusammenarbeitete. Letzterer ist bekannt für seine Zusammenarbeit mit den Nazis und dem Handel mit Raubkunst.

«Keller und Bignou waren über Jahrzehnte hinweg Geschäftspartner und beteiligten sich gemeinsam an der Arisierung einer jüdischen Galerie in Paris», so Doll gegenüber «SRF».

Als Keller 1981 starb, vermachte er seine gesamte Sammlung dem Kunstmuseum. Wegen des Raubkunstverdachts werden die Werke aus dem Legate Keller jetzt genauer unter die Lupe genommen. So wird die Herkunft von 80 Werken akribisch abgeklärt. (msc)

Erstellt: 13.09.2018, 11:44 Uhr

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