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Einmal durch den Wolf gedreht

Am Festival Tanz in Bern zerfleddern Lisi Estaras und Ido Batash gängige Annahmen über eine jüdische Identität. Und setzen sie als wild gewordene Collage wieder zusammen.

Sie haben keine Angst vor Grimassen: Ido Batash und Lisi Estaras in «The Jewish Connection Project».
Sie haben keine Angst vor Grimassen: Ido Batash und Lisi Estaras in «The Jewish Connection Project».
Thomas Dhanens

«Jew»: Maribeth Diggle lässt sich das Wort auf der Zunge zer­gehen. «Look at me, what do you see? History made my identity»: Ist es ein Kinderreim, den die Sängerin ins Mikrofon spricht, oder doch eher eine angriffig gerappte Selbstversicherung? Und was soll das überhaupt sein – jüdische Identität?

Diese Frage stellen die argentinische Jüdin Lisi Estaras und der Israeli Ido Batash in ihrem Stück «The Jewish Connection Project». Kennen gelernt haben sich die beiden bei früheren Arbeiten für den belgischen Choreografen Alain Platel, und weil man sie damals scherzhaft als «Jewish Connection» bezeichnete, keimte im Duo die Idee, darüber ein Stück zu kreieren. Was ist denn dieses Jüdischsein, dieses unsichtbare Band, das zwei Personen mit ganz unterschiedlichen Hintergründen vereint?

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