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Einheit in der Zweiheit

Wortmusiker Michael Fehr macht in der Berner Dampfzentrale mit der Indieband Puts Marie und der Freitagsakademie gemeinsame Sache. Die Wirkung am Berner Musikfestival ist überwältigend.

Der Berner Wortkünstler und Performer Michael Fehr (mit Mikrofon) weckt zusammen mit Puts Marie schlafende Zellen im Assoziationszentrum des Gehirns.

Der Berner Wortkünstler und Performer Michael Fehr (mit Mikrofon) weckt zusammen mit Puts Marie schlafende Zellen im Assoziationszentrum des Gehirns.

(Bild: Annette Boutellier)

Im Foyer der Dampfzentrale schwebt die Installation von Zimoun über den Köpfen. Ein packpapierfarbenes Bauwerk, das so tut, als wäre es eine Mauer. Aber das Gebilde grenzt nichts ab, teilt nichts. Und fest wie Mauerwerk ist es auch nicht: Die Bausteine aus quadratischen Kartonkuben hängen zusammen, doch verbunden sind sie nicht. Während man grübelt, was die Schachtelarchitektur wohl mit dem Musikfestival verbindet, hat jemand das Mobile angetippt. Leise schaukelt es hin und her. Und die Bewegung bringt das Ding zum Wimmern. Es tönt, als hätten sich in seinen Hohlräumen Töne und Emotionen verfangen, die mit den Jahren verblasst sind. Das ergibt Sinn: Diese Geräuschfänger sind auch Klangverbreiter. Wer die Töne aus ihrem Zeitgefängnis befreit, vernimmt nur ein feines Rauschen.

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