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Ein Kontinent hat sich eingeloggt

Die Lebenswelt afrikanischer Kulturschaffender ist zwar nur einen Tweet weit weg, und doch weiss man hierzulande wenig über sie. Dies macht ein Dokumentarfilm aus Bern deutlich.

Wenn die Menschen den Versprechen der Politiker blind vertrauen: Szene aus einem Musikvideo des ghanaischen Rappers Akan.
Wenn die Menschen den Versprechen der Politiker blind vertrauen: Szene aus einem Musikvideo des ghanaischen Rappers Akan.
zvg

Ist das ein Scherz? Auf einem Markt in Accra, Ghana, trägt ein junger Mann einen Plastikbidon auf dem Kopf; mit Filzstift hat er darauf «Help America» geschrieben. Zusammen mit einem Kollegen sammelt er darin Geld für das verschuldete Land, Menschen lebten in den USA auf der Strasse, sagt er.

Ein Scherz ist das nicht – aber Kunst. Satire. Pop. Die beiden Männer aus Ghana drehen nämlich gerade ein Musikvideo, sie nennen sich Fokn Bois, und die Umkehrung der Verhältnisse gehört zu ihrem künstlerischen Prinzip: Sie wollen ausformulieren, was andere nicht zu sagen wagen, sie wollen die Dinge beim Namen nennen statt sie schönreden. Und sie verdrehen die Perspektiven bewusst: Warum sollte Afrika nicht auch einmal Entwicklungshilfe leisten? Warum assoziiert man mit dem Kontinent stets Armut?

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