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Vom tieferen Sinn des Labenz

Komponieren, Improvisieren, Feuerlaufen: Erika Radermacher ist eine ebenso eigenwillige wie vielseitige Musikerin. Morgen wird die 75-jährige Pianistin von der Frauenzentrale Bern für ihr Lebenswerk ausgezeichnet.

Manche werfen ihr vor, sie spiele nicht nach dem Notentext. «Ich kann damit umgehen», sagt Erika Radermacher, hier mit Hund Kosha.
Manche werfen ihr vor, sie spiele nicht nach dem Notentext. «Ich kann damit umgehen», sagt Erika Radermacher, hier mit Hund Kosha.
Adrian Moser

Erika Radermacher beherrscht Dinge, von denen die meisten nicht einmal wissen, dass es sie gibt. Zum Beispiel spricht sie Labenz. «Das ist eine Kunst-Sprache, deren Wortschatz auf Städtenamen beruht», erklärt die Pianistin und greift ein Buch aus dem Büchergestell. 300 Seiten, gelber Einband, blaue Beschriftung. Von weitem sieht es aus wie ein Langenscheidt. Hinter den Buchdeckeln – «Der tiefere Sinn des Labenz» von Douglas Adams – verbirgt sich ein skurriles Wörterbuch: Von A wie Aachen bis Z wie Zyfflich werden da minutiös Begriffe erklärt für Sachverhalte, Gefühle und Dinge, für die es eigentlich keinen Begriff gibt. Das Witzige dabei: Alle Wörter basieren auf real existierenden Ortsnamen. Salfsch, Salbke, Perlach oder Oberursel sind einige der Orte, die Erika Radermacher in ihrer Komposition «Mehr vom Sinn des Labenz» verarbeitet hat. «Urs Peter Schneider und ich werden das Stück aufführen an der Preisverleihung», sagt die Komponistin. An der Preisverleihung, an der sie die Preisgekrönte ist!

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