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Umstrittener Ex-Leiter der Odenwaldschule gestorben

Der frühere Leiter der in Missbrauchsfälle verstrickten Odenwaldschule, Gerold Becker, ist tot. Er galt einst als einer der bedeutendsten Reformpädagogen.

Die Wirkungsstätte Gerold Beckers: Die Odenwaldschule in Heppenheim.
Die Wirkungsstätte Gerold Beckers: Die Odenwaldschule in Heppenheim.
Keystone

Der Pädagoge starb in der Nacht zum Donnerstag in Berlin, sagte der Vorsitzende des Trägervereins der Schule, Johannes von Dohnanyi, am Freitag der Nachrichtenagentur DAPD. Die Nachricht wurde auf der 100-Jahr-Feier der Odenwaldschule am Freitag in Heppenheim verkündet, ausgerechnet an dem Tag, an dem an der Schule ein Diskussionsforum über den Missbrauch in den siebziger Jahren stattfindet. Auch Beckers Lebensgefährte Hartmut von Hentig bestätigte den Tod. Becker sei an einem Lungenemphysem gestorben.

Dohnanyi sagte, der Tod Beckers stelle eine Zäsur für die Reformschule dar. Die Aufklärung der Missbrauchsfälle werde rigoros fortgesetzt. «Wir bedauern es, dass Herr Becker nicht mehr die Zeit hatte, die drängenden Fragen der jungen Menschen, die er sexuell missbraucht hat, zu beantworten», sagte der Journalist. Der Betroffenen der Affäre gedachten die Teilnehmer der Feierlichkeiten mit einer Schweigeminute.

An der renommierten Privatschule sollen über Jahre Schüler sexuell missbraucht worden sein. Becker leitete die Schule von 1969 bis 1985. Das Strafverfahren gegen den Pädagogen wurde von der Staatsanwaltschaft Darmstadt wegen Verjährung eingestellt.

dapd/rb

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