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Schmerzensschreie und Würgelaute

Der Rapper und Schauspieler Yasiin Bey alias Mos Def zeigt in einem Selbstversuch, wie Hungerstreikende in Guantánamo zwangsernährt werden.

Für die US-Regierung ist es eine «Massnahme, um Leben und Gesundheit zu schützen, menschlich und von hoher medizinischer Qualität». Was die Zwangsernährung für die 45 betroffenen Häftlinge in Guantánamo tatsächlich bedeutet, ist jetzt in einem Video zu sehen, das die Menschenrechtsorganisation Reprieve auf der Website des britischen «Guardian» veröffentlicht hat. Darin unterzieht sich der amerikanische Rapper und Schauspieler Yasiin Bey – besser bekannt als Mos Def – freiwillig der Prozedur, die in Guantánamo bei den Häftlingen täglich zweimal angewandt wird. Der Hungerstreik begann im Februar, 120 der 166 Häftlinge sollen gemäss der Gefangenenorganisation Amnesty International daran beteiligt sein, 45 werden zwangsernährt.

Das Video dauert viereinhalb Minuten und ist nichts für schwache Nerven. Der mit 19 Jahren zum Islam übergetretene, heute 39-jährige Yasiin Bey wird auf den Behandlungsstuhl geschnallt, sein Kopf wird fixiert. Dann führen ihm die zwei Ärzte, die freiwillig am Experiment teilnahmen, den Plastikschlauch über die Nase und die Speiseröhre in den Magen. Als nach wenigen Minuten mit Schmerzensschreien und Würgelauten die Ärzte über das andere Nasenloch einen zweiten Schlauch einführen wollen, bittet Bey: «Bitte, nicht.» Das Experiment wird abgebrochen, der Musiker bricht in Tränen aus und sagt: «I really can’t take it» («Ich halte das wirklich nicht aus»).

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