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Power-Paare und ihre Power-Probleme

Wie funktioniert eigentlich die Ehe der Hildebrands und anderer Menschen, die «eine starke Persönlichkeit» haben? Zum Phänomen der «Power-Couples».

Die Worte sind denkwürdig: «Wir hatten von Anfang an eine Ehe, die, wie soll ich sagen...meine Frau ist eine starke Persönlichkeit. Sie hat eigene Überlegungen. Ich werfe mir vor, ihr nicht gesagt zu haben: ‹Hör auf darüber zu diskutieren.›» Philipp Hildebrand, der oberste Chef der Schweizerischen Notenbank, muss sich für die Handlungen seiner Frau verantworten – und er stellt sich hinter sie. Das ist, dreissig Jahre nach dem Fall Kopp, eine bemerkenswerte Situation. Damals versuchte die Bundesrätin ihren Mann mit einem Telefonanruf zu retten – was sie das Amt kostete. Heute stellt sich der mächtige Banker hinter seine Frau, obschon sie ihm mit ihren Handlungen nicht eben einen Gefallen getan hat. Ein grosser Akt.

Der in den Medien angeschlagene und von Feministinnen sogleich heftig kritisierte Tenor lautet: Warum hat er seine Frau nicht im Griff? Sind starke Frauen an der Seite mächtiger Männer vielleicht gar ein Sicherheitsrisiko? Was tatsächlich die falsche Frage ist. Denn gerade wenn die Frau eine «starke Persönlichkeit» ist, also auch autonom handeln kann, warum informiert sie ihren Mann nicht vorgängig über solch heikle Transaktionen? Warum tätigt sie sie vom gemeinsamen Konto aus statt von ihrem persönlichen? Wusste sie schlicht nicht, was sie da tut? Oder tat sie es vielleicht sogar absichtlich, um sich an ihm zu rächen? Und wie funktioniert eigentlich eine solche Ehe, die Hildebrand elegant zusammenfasst mit «sie hat eine starke Persönlichkeit»?

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