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«Okay, Boomer» statt «Fuck you»

Millennials haben neuerdings zwei Worte, mit denen sie souverän Diskussionen beenden können.

Hat Wichtigeres zu tun, als mit Babyboomern zu diskutieren: Die neuseeländische Abgeordnete Chlöe Swarbrick machte den Hashtag #okboomer weltberühmt (Foto: Screenshot)
Hat Wichtigeres zu tun, als mit Babyboomern zu diskutieren: Die neuseeländische Abgeordnete Chlöe Swarbrick machte den Hashtag #okboomer weltberühmt (Foto: Screenshot)

Abgezeichnet hat sich bereits vor Jahrzehnten, dass es zu Konflikten mit den Babyboomern kommen könnte. Also mit jener Generationsgruppe, zu der in der Schweiz die geburtenstarken Jahrgänge 1946 bis 1964 zählen, die als erste überhaupt in einem kriegsverschonten Europa heranwuchsen, älter wurden – und von denen viele ein First-Class-Leben führen konnten.

Dagegen ist nichts zu sagen. Wir alle hätten gerne das schöne Leben und die Frühpensionierung, die für viele Boomer selbstverständlich ist. Aber nicht für die Millennials. Sie werden es als erste Generation nicht besser haben als ihre Eltern. Und sie blicken in eine finstere Zukunft: prekarisierte Arbeitsverhältnisse und wachsende Sorgen in Sachen Klimawandel.

In diesem Zusammenhang wurden die beiden Worte und das dazugehörige Hashtag #okboomer zum globalen Phänomen. Zum Beispiel Chlöe Swarbrick. Die 25-jährige Abgeordnete der neuseeländischen Grünen parierte während ihrer Rede zu einem neuen Umweltgesetz den Zwischenruf eines älteren Ratskollegen mit einem trockenen «Okay, Boomer».

Für solche Situationen sind die beiden Worte reserviert: Wenn Babyboomer alles besser wissen oder einfach nicht einsehen wollen, dass etwas an ihrem Verhalten nicht in Ordnung ist. Paternalismus eben.

Mit «Okay, Boomer» lässt sich souverän sagen, was sich sonst nur mit einem wütenden «Fuck you» ausdrücken liesse. Oder mit vielen Worten. «Du hast keine Ahnung, bist verantwortungslos, ohne Respekt», müsste man da ausführen, «und du bist so Ich-besoffen, dass ich dich aus deinem Wahn nicht erlösen kann, dafür fehlt mir die Zeit. Diskussion beendet.»

Mit #okboomer können sich die Millennials nicht zuletzt auch untereinander verständigen, dass sie keine Energien mehr für Diskussionen verschwenden – und es stattdessen besser machen wollen.

Wie jede Generation zuvor.

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