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«Man könnte das Kreuz aus der Schweizer Fahne nehmen»

Der Philosoph und Religionskritiker Michael Schmidt-Salomon über Kruzifixe, die christliche Leitkultur und «Hinrichtungssymbole auf den schönen Schweizer Bergen».

Herr Schmidt-Salomon, wie gross ist Ihr persönlicher Leidensdruck, wenn Sie auf einem Gipfel ein Kreuz erblicken? Überhaupt nicht gross. Trotzdem begrüsse ich die Kampagne. In einer säkularisierten Gesellschaft muss man nicht überall Kreuze hinpflanzen. Man könnte sogar einen Schritt weitergehen und fordern, dass man das Kreuz aus der Schweizer Landesfahne nimmt.

Im Ernst? Den Vorschlag der Freidenker verstehe ich als Denkanstoss. Und um anzustossen, muss man anstössig sein. Es geht nicht um die Symbole, sondern darum, wie man das Zusammenleben in einer pluralen Gesellschaft organisiert. Auch in der Schweiz wächst ja die Gruppe der konfessionsfreien Menschen. Darauf muss man eingehen. Gewiss gibt es dringendere Probleme als Gipfelkreuze, aber an solchen symbolischen Debatten kann man vieles festmachen. Zum Beispiel, dass Schweizer Firmen Kirchensteuern bezahlen müssen – absurd!

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