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Literarischer «Voodoo-Zauberer» kommt nach Bern

Der haitianische Schriftsteller Louis-Philippe Dalembert wird ab Februar dritter Friedrich-Dürrenmatt-Gastprofessor an der Universität Bern.

Der haitianische Schriftsteller, Louis-Philippe Dalembert.
Der haitianische Schriftsteller, Louis-Philippe Dalembert.
zvg

Stummfilme können mitunter die Imagination eines angehenden Poeten ungemein anregen. In ärmlichen Verhältnissen wächst ein Junge in der haitianischen Hauptstadt Port-au-Prince in der Nähe ­eines Freiluftkinos auf. Der Vater ist früh gestorben. Mit «Papa Doc» herrscht eine andere Vaterfigur als Diktator über die ­karibische Halbinsel, auf der vor allem Nachfahren westafrikanischer Sklaven leben. Den Kinoeintritt kann sich der Knabe nicht leisten. Von seiner Wohnung aus kann er zwar die Bilder auf der Leinwand sehen, aber die Tonspur hört er nicht. Und so denkt er sich Dialoge aus zu den Bildern und trainiert so sein Erzähltalent, das er später in stark visuell geprägten Romanen wie «Le crayon du bon Dieu n’a pas de gomme» (1996) unter Beweis stellen wird. Der kleine Litradukt-Verlag hat die drei wichtigsten Romane des heute 52-Jährigen auf deutsch herausgebracht.

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