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«Kunst wächst nicht im Glashaus»

Pius Knüsel ist Direktor der Stiftung Pro Helvetia, die jährlich rund 25 Millionen Franken für kulturelle Vorhaben vergibt. Er plädiert für ein System, das private Initiativen stärkt.

Die Kulturförderung in der Schweiz ist, im Vergleich zum Ausland, sehr grosszügig. Trotzdem gibt es darüber zum Teil heftige Auseinandersetzungen.

Es ist eine fast schizophrene Situation. Eigentlich erleben wir jetzt, nach 30, 40 Jahren expansiver Kulturförderung, einen «Zustand der Erfüllung». Viele Ziele sind erreicht. Das Kulturangebot hat sich vervielfacht, ist geografisch erreichbar und zahlbar, ja günstig. Wenn es ein Problem gibt, dann jenes, dass in der Kulturszene ein grosses Streben nach Verinstitutionalisierung herrscht. Alle wollen eine feste Struktur, ein festes Haus mit fester Subvention; und die bestehenden Häuser wollen logischerweise wachsen, um sich von den nachstossenden abzugrenzen. Doch wenn die Kulturproduktion rundum mit parlamentarischen Beschlüssen und Subventionsverträgen geregelt ist, dann verfestigen sich momentane Bedürfnisse zu langlebigen Formen. Die Gesellschaft verändert sich aber laufend, während der kulturelle Apparat immer grösser und unbeweglicher wird und an Elan verliert.

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