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Günter Amendt ist tot

Vier Fussgänger sind in Hamburg von einem Auto erfasst worden. Der Sozialwissenschaftler Günter Amendt, der Schauspieler Dietmar Mues und seine Ehefrau, und eine 65-jährige Frau kamen ums Leben.

Ein möglicherweise unter Drogen stehender 38-jähriger Autofahrer hatte am Samstagnachmittag mit «deutlich überhöhter Geschwindigkeit» eine rote Ampel überfahren. Er kollidierte mit dem von Ulla Striebeck gesteuerten Fahrzeug. Sein Auto überschlug sich und schleuderte in die Gruppe an der Ampel wartender Fussgänger.

Amendt wurde nach Polizeiangaben unter dem Auto eingeklemmt und starb noch an der Unfallstelle. Auch Mues konnte nicht mehr durch Reanimationsmassnahmen an der Unfallstelle gerettet werden, seine Frau erlag später im Krankenhaus ihren schweren Verletzungen. Der Unfallverursacher wurde verletzt, fünf weitere Fussgänger erlitten einen Schock, wie der Polizeisprecher berichtete.

Nach dem Unfall habe man bei dem 38-Jährigen einen Urintest durchgeführt und dabei den Haschisch-Wirkstoff THC festgestellt. Es bestehe der Verdacht, dass der Unfallverursacher berauscht gefahren sei. Die Polizei leitete Ermittlungen wegen Körperverletzung mit Todesfolge in vier Fällen und wegen des Verdachts des Fahrens unter dem Einfluss berauschender Mittel ein.

Amendt war Galionsfigur der 68er

Drogen waren das Hauptthema des Sozialwissenschaftlers Günter Amendt. Er machte zunächst aber Schlagzeilen als eine Galionsfigur der 68er Bewegung und mit seinem Buch «Sexfront», das wegen der offenen Behandlung des Themas in den 70er Jahren als skandalös galt. Die Drogenthematik untersuchte er in den Büchern «Sucht Profit Sucht. Zur politischen Ökonomie des Drogenhandels» sowie «Die Droge. Der Staat. Der Tod. Auf dem Weg in die Drogengesellschaft» und «No Drugs. No Future. Drogen im Zeitalter der Globalisierung».

In drei Büchern beschäftigte sich Amendt mit dem Phänomen des von ihm verehrten Musikers Bob Dylan. In dem Buch «Natürlich anders. Homosexuelle in der DDR» (1989) wagte er sich an ein im damaligen sozialistischen Teil Deutschlands stark tabuisiertes Thema.

Der Schauspieler Dietmar Mues ist vielen Fernsehzuschauern aus zahlreichen Krimis bekannt, unter anderem aus «Tatort», «Soko Köln» und «Bella Block» oder durch die Hauptrolle des BR-Spielfilms «Jeder Mensch braucht ein Geheimnis». Der gebürtige Dresdner lebte seit 1973 in Hamburg und gehörte zwölf Jahre zum Ensemble des Schauspielhauses. Er arbeitete auch als Drehbuchautor und mit Jazz-Musikern zusammen. Mues und seine Frau hinterlassen drei Söhne.

dapd/pbe

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