Fliegengebrumme in Traumwelten

Klangtüftler Robert Aeberhard und Pianist Oli Kuster haben das Projekt Okra ins Leben gerufen, ein Duo für Geräusche und Klavier.

Es fiebt, wobbert, summt und knarzt auf dem Album von Okra.

Es fiebt, wobbert, summt und knarzt auf dem Album von Okra. Bild: zvg

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Eines seiner Lieblingsgeräusche sei auf einem Vulkan in Island entstanden: «Dort hat der Wind auf eine ganz bestimmte Weise in ein Rohr geblasen.» Klar doch, er habe immer ein Aufnahmegerät dabei, weil manchmal würde man ja ganz unverhofft auf unerwartete Geräusche stossen und dann müsse man natürlich parat sein. Willkommen in der Welt von Robert Aeberhard, seines Zeichens zuständig für die Elektronika-Abteilung beim Spoken-Word-Duo Fitzgerald & Rimini, Bassist bei Trummer und Besitzer einer Geräuschebibliothek, welche «weis nid wie viu» Gigabite umfasst. Zusammen mit Produzent und Pianist Oli Kuster, der mit einer Vielzahl von Formationen verbandelt ist – etwa Astronauten, Aeiou, Melker und Züri West – hat Aeberhard nun das Projekt Okra ins Leben gerufen, ein Duo für Klavier und Geräusche.

Sein Lieblingsgeräusch auf der Okra-Platte sei das Summen einer Fliege, sagt Oli Kuster und lacht. Für ihn als Pianisten sei dieses Projekt spannend, weil sein Spiel in die Geräusche eingebettet und das Klavier somit nur Teil des Ganzen sei. Bei der Produktion der Stücke hätten manchmal seine Kompositionen als Ausgangslage gedient, sagt Kuster, manchmal hätten er und Aeberhard frei improvisiert. Daraus seien dann konkrete Bausteine entstanden, zum Teil habe man bestimmte Parts aber auch bewusst offen gelassen, sodass bei jedem Spiel etwas Neues entstehen könne.

«OKRA» - Wayfarer from Yannick Mosimann on Vimeo.

Okra haben auf ihrem gleichnamigen Album elf Klanglandschafts-Miniaturen kreiert, die einen in fragile und flüchtige Traumwelten entführen. Es fiept, wobbert, summt, pingt, knarzt, schnauft und frickelt, entfernt grollt ein Gewitter, Schritte knirschen. Dabei ist die Geräuschkulisse nie penetrant, zusammen mit Oli Kusters hypnotischem Klavierspiel verwächst sie zu einem stimmigen organischen Ganzen, worin für einmal selbst Fliegengebrumme nicht nervt.

Kino Rex Fr, 7. Okt., 22.30 Uhr. Plattentaufe mit Live-Visuals von Yannick Mosimann. (Der Bund)

Erstellt: 06.10.2016, 08:20 Uhr

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