Ein Labor für Nachwuchskünstler

Das Kellerlokal Visavis, das lange zum Berner Puppentheater gehörte, ist neu ein Kulturhaus für Kinder und Jugendliche. Seine Zukunft ist allerdings noch ungewiss.

Neu ist das Kellerlokal Visavis ein Kulturhaus für Kinder und Jugendliche.

Neu ist das Kellerlokal Visavis ein Kulturhaus für Kinder und Jugendliche.

(Bild: zvg)

Lena Rittmeyer@LaRittmeyer

Eine neue Bühne für junge Leute? Das klingt erklärungsbedürftig, gibt es doch in Bern etwa im Schlachthaus-Theater oder mit der Jungen Bühne schon einige theaterpädagogische Angebote. Jetzt also seit einem Jahr noch das Visavis, oder wie es die Betreiberinnen nennen: ein Mehrspartenhaus im Bereich Kunst und Kultur für die junge Generation.

«Wir verstehen uns nicht nur als Spiel-, sondern auch als Produktionsort», sagt die künstlerische Leiterin Carol Rosa. Genauer: Das Visavis soll nicht nur eine Bühne für die freie Kulturszene sein, sondern ebenso eine Plattform bieten für Generationen übergreifende Projekte, bei denen professionelle Kulturschaffende mit Laien zusammenarbeiten. Wichtig ist für Rosa, dass junge Leute selber aktiv werden können, sei es als Regisseure, Filmemacher oder Choreografen, und dabei ein professionelles Coaching erhalten. Bei einem Workshop beispielsweise üben Jugendliche unter der Anleitung einer jungen Jazz-Formation ein Stück ein und treten bei einem anschliessenden Konzert als Vorband der Musiker auf.

Hoffnung auf die Stadt

Aber auch das Figurentheater soll nicht zu kurz kommen im Visavis, gehörte der ehemalige Weinkeller doch bis vor drei Jahren zum Berner Puppentheater auf der anderen Strassenseite. Als zusätzliche Räumlichkeit benutzten ihn die früheren Betreiber Monika Demenga und Hans Wirth jeweils bei speziellen Anlässen. Nachdem Demenga und Wirth ihren Rückzug auf Mitte 2016 bekannt gegeben hatten, hat die Stadt auch die Subventionen eingestellt. Als der Verein Visavis kurz darauf beide Kellerräume übernehmen wollte, war das wegen der fehlenden Gelder nicht mehr realisierbar.

Auch wie es mit dem Kulturhaus Vis­avis in ferner Zukunft weitergeht, ist noch ungewiss. Auskommen musste das Team um Rosa bisher mit Projektbeiträgen und einem aufgenommenen Darlehen. Während dreier Jahre will man nun einen kulturellen Leistungsnachweis erbringen, der die Stadt zur Unterstützung des Betriebs bewegen soll. Um dies zu erreichen, hat man sich für einzelne Projekte mit anderen Institutionen wie etwa der Hochschule der Künste, Radio Rabe, dem Schlachthaus-Theater oder dem Figura Theaterfestival Baden vernetzt. Ausserdem trifft sich eine Gruppe verschiedener Kulturschaffender regelmässig im Visavis, um neue Bühnenformate zu entwickeln.

Bislang hat die Auslastung des Kellerlokals mit den rund 80 Plätzen gestimmt, und man blickt zufrieden auf das vergangene Jahr zurück. Was Prognosen angeht, so seien diese im Einzelfall schwierig zu machen, sagt Rosa. Das hat mit einer neuen Erfahrung zu tun: Wenn junge Leute eine Veranstaltung besuchen, reservieren sie nur selten ihre Plätze.

www.kultur-visavis.ch

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