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«Die Wut auf die Banker scheint gross genug zu sein»

Die Occupy-Bewegung steht am Scheideweg, glaubt Protestforscher Joachim Scharloth. Sie brauche nun ein kritisches Ereignis, um überleben zu können.

Proteste gegen den Staat: Während der Demonstrationen gegen die Sparmassnahmen der Regierung eskalierte in Rom die Gewalt. (15. Oktober 2011)
Proteste gegen den Staat: Während der Demonstrationen gegen die Sparmassnahmen der Regierung eskalierte in Rom die Gewalt. (15. Oktober 2011)
Reuters
Wut in Rom: Ein Auto wird während der Demonstration in Brand gesteckt. (15. Oktober 2011)
Wut in Rom: Ein Auto wird während der Demonstration in Brand gesteckt. (15. Oktober 2011)
Keystone
Im australischen Sydney versammeln sich die Aktivisten vor der Zentralbank.
Im australischen Sydney versammeln sich die Aktivisten vor der Zentralbank.
Keystone
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Herr Scharloth, am Samstag haben rund 1000 Demonstranten in Anlehnung an die Occupy Wall Street-Bewegung den Zürcher Paradeplatz besetzt. Kam diese Aktion für Sie überraschend?

Nein, diese Bewegung ist ja schon länger unterwegs. Heute ist es so, dass Bewegungen, die auf einer guten Idee beruhen, über die Medien rasch bekannt werden; entsprechend leicht können sie mobilisieren. Die Occupy-Bewegung stammt von der etablierten Bewegung der Globalisierungskritiker ab, sie ist somit mehr als eine reine Jugendbewegung. Globalisierungskritische Netzwerke gibt es ja überall – und die Occupy-Bewegung ist nun eine gute Gelegenheit, Themen zu aktualisieren, was sonst nur bei G8-Treffen oder an Weltsozialforen möglich ist. Jetzt ist man in der Lage, so etwas Abstraktes wie globale Finanzströme in konkreter Form zu verhandeln.

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