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Der eingebildete Kranke

Güzin Kar über Sozialdetektive und «Simulantentum».

Kolumnistin Güzin Kar.

Kolumnistin Güzin Kar.

(Bild: Melek Kaya)

Der eigentliche Skandal ist nicht das Ansinnen der Versicherungen, die allen Ernstes erwägen, medizinische Laien als Spitzel im Kampf gegen erschlichene Leistungen einzusetzen, sondern, dass dieses Vorhaben beinahe widerspruchslos geblieben wäre. Ein haarsträubendes Vorhaben, das deshalb auf grossen Anklang stösst, weil es ein uraltes Bild bedient, das sich in den Köpfen festgesetzt hat, noch lange bevor die «Scheininvaliden» erfunden und zur Sozialplage erklärt worden waren: Krankheit und Behinderung als eine Spielart von Faulheit. Darum muss ein Behinderten-Big-Brother her, als eine Mischung aus Voyeurismus und Machtgier, und wer nicht passt, wird rausgewählt.

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