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Das Resultat seiner Arbeit heisst Schönheit

Der legendäre Winterthurer Plakatkünstler Armin Hofmann wird am 29. Juni 90 Jahre alt. Wahrnehmung hat für ihn mit Wahrheit zu tun.

Wie lassen sich komplexe Ereignisse in eine eingängige Bildsprache fassen, ohne sie zu simplifizieren oder herabzuwürdigen? Das grafische Werk von Armin Hofmann (geboren 1920 in Winterthur) ist dafür ein strahlendes Beispiel. Wer so schafft, der findet seine Bildaussagen nicht auf der Oberfläche, sondern gräbt in die Tiefe. Das heisst: Armin Hofmann untersucht Schicht um Schicht die Grundlagen der visuellen Wahrnehmung. Er begann schon vor sechzig Jahren eine Forschung, die sich unsere zu Hochschulen avancierten Kunstgewerbeschulen neuerdings auf die Fahne schreiben.

In einer bis heute aktuellen Systematik studierte Hofmann Wirkung und Aussage zeichenhafter Phänomene, prüfte ihre Veränderungen in wechselndem Kontext, ihre Manipulierbarkeit, er erforschte, wie Fotografie durch Reduktion und Isolation zum Zeichen wird, er betrieb das Studium der Wahrnehmung als Nehmen von Wahrem als Erkenntnis der Wahrheit. Es ist Hofmanns Geheimnis, die strengen Theorien so krampflos-spielerisch umzusetzen, dass sich in seinen grafischen Gestaltungen die Präzision der Form mit der Heiterkeit des Geistes verbindet. Und dass man bei genauem Schauen über ein verschmitztes Detail lächeln darf. Das Geschenk der tiefen Vorarbeit heisst: Schönheit.

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