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Das Biedermeier ist zurück

Rosendesign für die Frau und Puppenhausromantik sind schwer im Trend. Die Grenze zwischen kitschig und konservativ verschwindet dabei rasend schnell.

Kaffeetassen, Schneekugel, Puderdose und alte Postkarten: Accessoires für den Rückzug vor der Welt und der Gefahr.
Kaffeetassen, Schneekugel, Puderdose und alte Postkarten: Accessoires für den Rückzug vor der Welt und der Gefahr.
Sophie Stieger

Alles ist so niedlich! So «Jöh!» und «Härzig!»! Klein, bunt, blumig. Bewegt man sich als Frau zwischen 30 und Anfang 40 heute durch die Trendboutiquen und In-Cafés, über all die Floh-, Nacht- und sonstigen Märkte, durch die Blumen- und Buchläden Europas, so lauert es überall: das süsse Nichts.

Man begegnet an einem Tag in Zürich, zwischen dem Rindermarkt im Niederdorf und dem Friesenberg am andern Ende der Stadt: Hunderten von kleinen Täschchen aus rosig bedrucktem Plastik; Portemonnaielis mit Bollywood-Kitsch-motiven oder aus Glasperlen gehäkelt; immer neuen Varianten von diesem urschweizerischen Älplergeschirr – einst war es rot mit weissen Tupfen drauf, jetzt sind die Tupfen immer noch weiss, aber auf Rosa, Lila, Hellblau, und das Geschirr kommt aus Paris; Sitzkissen und Tischdecken mit Rosen, Gartenhandschuhen mit Früchtchen drauf und für den Garten absolut unbrauchbarem Spitzenbesatz; Schürzen und Küchentüchli mit Blumen, Blumen, Blumen, floral verbrämten Cupcakes-Förmchen, gerüschten Regenschirmen mit Schimmereffekt und – der grosse Clou dieses Sommers – Giesskannen, die aussehen wie Tee- und Kaffeekannen! Mit Blümchen!

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