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Wir präsentieren jede Woche einen Kulturschnipsel. Erkennen Sie, was dahintersteckt?

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Mit Kultur lässt sich gut angeben – auch wenn man ein Werk oder einen Künstler gar nicht richtig kennt. Wir drehen den Spiess um: Erkennen Sie anhand des Schnipsels, um welchen Text, Film, Song oder welches Kunstwerk es sich handelt?

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Um den Rätselspass zu bewahren, schalten wir die Antworten erst in ein paar Tagen online. Die Lösung wird jeweils nach einer Woche mit der neuen Aufgabe zusammen bekannt gegeben.

Die Lösung der letzten Woche: Der Ausschnitt stammt aus dem Lied «Schrei nach Liebe» der deutschen Punk-Rock-Band Die Ärzte. Es gilt als eines der berühmtesten Lieder gegen rechte Gewalt. Die Band schrieb das Lied 1993 als Reaktion auf die rassistisch motivierten Ausschreitungen in verschiedenen deutschen Städten, die mehrere Todesopfer forderten.

«Deine Gewalt ist nur ein stummer Schrei nach Liebe. / Deine Springerstiefel sehnen sich nach Zärtlichkeit. / Du hast nie gelernt, dich zu artikulieren. / Und deine Freundin, die hat niemals für dich Zeit / Oh, oh, oh, Arschloch» – das Lied dreht sich um die Geschichte eines fiktionalen Rechtsradikalen. Was treibt ihn zu seinen Gewalttaten an? Was fehlt ihm? Es entlarvt die vermeintliche Geborgenheit und Zugehörigkeit, welche der junge Mann in der faschistischen Ideologie glaubt gefunden zu haben. Stattdessen rutscht er immer weiter in eine Gewaltspirale und weiter weg von dem, was er sucht: Liebe und Anerkennung.

Das Lied reiht sich ein in weitere Aktionen deutscher Musiker, rechter Gewalt zu begegnen. Mit «Rock gegen Rechts» protestieren Künstler seit den 80er-Jahren immer gegen rechtsextreme Gewalt, schreiben Lieder und treten an grossen Konzerten auf.

2015 stürmte «Schrei nach Liebe» erneut die Charts, landete in Deutschland und Österreich sogar auf Platz eins. Dies dank der «Aktion Arschloch!» – ein Lehrer hatte Fans dazu aufgefordert, den Song online zu kaufen oder im Radio zu wünschen, um damit auf die steigende Gewalt gegen Ausländer und Geflüchtete aufmerksam zu machen.

Der «Arschloch»-Refrain der «Ärzte» ging in die Musikgeschichte ein. Quelle: Youtube

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 11.09.2018, 10:59 Uhr

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