Zum Hauptinhalt springen

Armut ist in der Schweiz strafbar

Gabriel Vetter über die unmögliche Forderung, Sozialversichterte wie Schwerverbrecher zu überwachen.

Unser Kolumnist Gabriel Vetter.
Unser Kolumnist Gabriel Vetter.
Hazel Brugger

Letzte Woche schlug die Sozialkommission des Ständerats vor, dass Sozialversicherungen ihre Versicherten, also ihre Kunden, bei Verdacht auf Versicherungsbetrug überwachen können sollen – unter anderem mit GPS-Trackern, die aufzeichnen, wo sich die Versicherten jeweils wie lange aufhalten. Ein Teil des nationalen Parlaments der Schweiz befürwortet also allen Ernstes elektronische Fussfesseln für Sozialfälle. Das muss man sich erst mal auf der Zunge zer­gehen lassen. Wie genau eine solche IV-Sünder­ortung via GPS-Sender funktionieren würde, hat die Sozialkommission leider nicht ausgeführt. Womöglich möchte das Parlament die geneigten Bürgerinnen und Bürger ja bereits beim ersten Armutsverdacht prophylaktisch verchippen – etwa so, wie man es bei jungen Hunden seit ein paar Jahren erfolgreich handhabt.

Um diesen Artikel vollständig lesen zu können, benötigen Sie ein Abo.