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Acht bronzene Waldmöpse für Brandenburg

Eine Kunst-Installation soll an den Humoristen Loriot und einen seiner berühmten Sketchs erinnern.

Als strenger Professor stand er am Katheder und dozierte über den wilden Waldmops: Der Sketch, in dem Loriot mit grossem Ernst die These ausbreitete, dass der Mops einst ein Elch gewesen war und sich nur aufgrund menschlicher Kreuzungsbemühungen zu einem «ringelschwänzigen Schosstier» entwickelt habe, gehörte schon zu Lebzeiten des grossen Humoristen zu den Klassikern. Nun wird dem Waldmops ein Denkmal gesetzt - und damit Loriot: In Brandenburg an der Havel soll eine aus acht bronzenen Waldmöpsen bestehende Kunst-Installation an den 2011 Verstorbenen erinnern.

Der Kulturverein Brandenburg an der Havel will mit dem Kunstwerk einen der berühmtesten Söhne der Stadt ehren. Denn Loriot alias Vicco von Bülow wurde 1923 hier geboren und war Brandenburg bis zu seinem Tod verbunden. Den Wettbewerb um die Gestaltung entschied zur Überraschung vieler die erst 23-jährige Innenarchitektur-Studentin Clara Walter für sich, die sich dem Verein zufolge gegen zahlreiche renommierte Künstler und Planungsbüros durchgesetzte. Im Humboldthain, einem Park in der Brandenburger Innenstadt, sollen nach ihrer Vorstellung die acht mit Geweihen versehenen Bronze-Waldmöpse aufgestellt werden. Jedes der etwa 50 Zentimeter grossen Tiere wird demnach mit Fundamenten diebstahlsicher im Boden verankert.

Das possierliche Rudel solle von einer kleinen Brücke, dem «Waldmops-Informationszentrum», aus zu sehen sein. Dort wird dem Kulturverein zufolge eine Tafel «alles erklären, was Loriot zum Thema Waldmops hinterlassen» habe. Teil der Installation ist auch ein Sockel, auf dem statt einer Statue Loriots nur seine Fussabdrücke abgebildet sein werden.

Lob von hoher Stelle

Lob für den Entwurf der gebürtigen Berlinerin Walter gab es selbst von hoher Stelle. «Die wilden Waldmöpse werden ein Brandenburger Alleinstellungsmerkmal», erklärte Aussenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD), der Vorsitzender des Kulturvereins ist und Mitglied der Jury war. Ebenfalls für das Waldmops-Modell votierte der Loriot-Freund und Sänger Max Raabe sowie die Brandenburger Oberbürgermeisterin Dietlind Tiemann (CDU).

Die Schöpferin des Denkmals hat sich so ihre Gedanken zu Loriot gemacht. «Bei Loriot gibt es immer drei Aspekte: die Kommunikationsschwierigkeiten zwischen Menschen, die Probleme zwischen Mann und Frau und als drittes, dass man gleich aus der Bahn geworfen wird, wenn sich das Weltbild ein kleines bisschen dreht», sagt Clara Walter. In die letzte Rubrik habe der Sketch «Der wilde Waldmops» gepasst, der ihr Lieblingssketch von Loriot sei.

Waldmöpse auswildern

Ausserdem habe sie verfolgt, dass in Brandenburg wieder Wölfe angesiedelt würden und das habe sie auf ihre Idee gebracht. «Ich dachte, ich muss einen Platz finden, wo man die Waldmöpse wieder auswildern kann», sagt die gebürtige Berlinerin. Die Tatsache, dass die Möpse aus Bronze seien, unterstreiche, dass es sich um ein ernsthaftes Denkmal handle.

Auch der leere Sockel habe eine Bewandtnis. «Mir war wichtig, dass der Besucher nicht nur das Denkmal sieht und es dann registriert und vergisst», sagt die 23-Jährige. Er solle auch darüber nachdenken, wo Loriot «hin ist». Nach ihrem Studienabschluss wird die Innenarchitektin nun mit dem Waldmops-Projekt ins Berufsleben starten. Der Verein stellt ihr für die Umsetzung 50.000 Euro zur Verfügung. Im April nächsten Jahres, zum Beginn der Bundesgartenschau in der Havelregion, sollen das «Informationszentrum» eingeweiht und Loriots Waldmöpse der Öffentlichkeit übergeben werden.

AFP/mec/ul

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