Uf los geits los!

«Mundart»-Kolumnistin Renée Maria Bellafante fasst den Trubel um Weihnachten zusammen.

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«Weihnachten – packen wir’s an!» steit uf em ne Plakat vom ne Grossverteiler. Poah! So wyt sy mer auso. Wiehnachte, ei Souchrampf, wo mer itz aktiv druf losstüre, vou Elan u Tatedrang. Jawoll.

U mir wärde s dank üsem zuepackende Ysatz schaffe, dass mer o das Super-Event wider siigrych hinger üs bringe. D Kasse wärde klingele oder piipse. D Güezi – u Schoggibärge wärde schwinde. Wenn nid pünktlech wi planet, de doch aschliessend mit Füfzgprozänt-Rabatte. Mir wärdes schaffe, aui Schüfeli, Paschtetli u Fondue chinoise z vertrome, u aui Filet im Teig wärde mit Wy u Schämpis abegschwänkt sy. Mir fahre üs über e vougfrässnig Buuch (oder Ranze) – mir sy Heude. Mir hei d Useforderig agnoh u üs tapfer gschlage. Eigentlech hätte mer en Orde verdient.

Vilech müesst me da mau e politische Vorstoss mache . . . Ritter und Ritterinnen der Weihnacht. Oder so. Mit däm isch s aber no nid ta: S git ja o no: Weihnachten, packen wirs aus! Nid z ungerschetze, die Useforderig. Oder vilech no: Weihnachten – dich packen wir ein! Es git o da wider jedi Mängi meh oder weniger gschydi Gedanke derzue, u nes isch sech dert Wärt, die aui, aber de o würklech aui usgibig z wäuze. Da cha me nämlech ganz am Schluss es Résumé zieh u sys eigete Wiehnachtsplakat baschtle u a ds Fänschter oder a Baukon hänke. «Weihnachten, ich mach dich platt!» Das git Pep i ds Quartier – meh weder d Konkuränz bezüglech Belüchtige. Das wärde Manifescht.

Sicher gits o no die, wo würde säge: Weihnachten – wir packen ein! U de göh si eifach nöime angers häre, wo si meine, si chömi drumum. Klappt vilech. Weiss es nid. Gits Forschig zum Thema? Mängisch han i dä bös Gedanke: Me sött mau für nes paar Jahr aui Fescht stryche. Vor auem di chrischtleche – ups! Wüu, we ja glych viu nümme wüsse, wiso mer die fyre u nüt angers im Chopf hei, weder z shoppe – wägg dermit! Mau luege, was passiert. Diät.

Fescht gäbe ja nume Problem, auso schänke mer üs die. De mues me o nid explizit überlege, ob me, we d Wiehnachte uf e Sunntig faut, d Läde glych wöu uftue. Fertig, eifach dürezieh, aui, nid nume ds Notfau- u Verchoufspersonau. Aber äbe. Da chasch söfu ketzerischi Gedanke ha, wi de wosch. Letschtlech nützt das aues nid viu, usser dass es vilech en Ungerhautigswärt het – wüu: Wo u wie o immer – es packt di eifach glych.

Das isch so wi ne Virus. Z ersch kribblets im chlyne Zäie links. När chrüselets im grosse Zäie rächts. När ziehts a de Haarspitze u chutzelet ir Nase. De summisch plötzlech vor di häre, auso, glych was, aber landisch meischtens de letschtlech bi Lieder über Konifere u so. När machsch langsam chlyni Tanzschritte nach öppisem, wo im Chopf umebrüselet, u churzum gryfsch zum Bachbuech. Studiersch, was grad so am meischte Fröid miech, schmöcksch scho der Duft vo de Gwürz, gspürsch d Wermi vom Bachofe, nuuschisch ir Schublade, ob no gnue Zellophan-Seckli u Gschänkbändeli heigsch. Schryssisch aues füre, zum gschoue, ob Verpackigsmateriau u Schmuck vorhande syg, leisch d Schueh a u geisch mau i d Stadt. Nume luege. Chasch dänke! Isch doch da no nes glanzvous Chügeli u nes wunderbars Cherzli, wo sech guet miech. Dert mytüri no nes Eschärpli, wo öpperem Fröid miech. Da no Wulle, für hurti di ultimativ kitschigschte Socke z lisme.

Mou, längt no grad. Da u dert öppis z spände, o we der dä ganz Terror afe uschaflig uf e Geischt ggangen isch, di letschte Wuche. Ds Härz wird plötzlech pflüderweich, lächlisch sogar mau öpper a, wo d nid kennsch. Glych no Charte schrybe, wurscht, obs autmodisch isch. Doch no hurti e Griff zu öppisem, wo i der Pfanne söu brutzle, vilech doch no passendi Serviette zum Tischtuech. Wider aui Vernunft no über e Wiehnachtsmärit u ne unsäglech gruusige Glüehwy abeläre. D Füess fasch abfrüüre bim Umeschnure, Glanz u Glitzer u sämtleche Kitsch yzieh, i Himu ufeglüüssle – ach, s isch gly Wiehnachte. Chumm, mir ziehs wider düre, du, vou, wie o immer – ou, ha der Puderzucker vergässe, mues no hurti, häbs guet!

Der Bund

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