Der Demonstrant

Jonas Lüscher wollte Millionen Menschen auf die Strassen bringen – «für Europa». Am Schluss war der Schriftsteller etwas enttäuscht.

Der Autor in der Masse: Jonas Lüscher während der Demo in Salzburg. Foto: Stephan Sahm (Laif)

Der Autor in der Masse: Jonas Lüscher während der Demo in Salzburg. Foto: Stephan Sahm (Laif)

Linus Schöpfer@L_Schoepfer

Was ist der Clou der Demokratie? Dass man die Sache nicht irgendwelchen Profis überlassen kann. Dass jeder Bürger, sprich politische Dilettant, gefragt ist. Also drückt Jonas Lüscher am Mikrofon herum.

Sein Freund und Mitstreiter, der ­Philosoph Michael Zichy, hat es ihm ­gegeben, schon leichte Verzweiflung im Gesicht. Die Zeit drängt, und das Ding spinnt. Ständig schaltet es sich selber ab. Lüscher drückt darauf herum, aber das hilft auch nichts. Später sollte eine alte Aktivistin auf Lüscher zulaufen. Wehendes Tuch, bunte Brille, viel Anti-AKW-Erfahrung. Ermahnung an Lüscher: «Sie müssen immer gute Mikrofone dabeihaben.» Und gleich noch ein Ratschlag: Slogans, die durchs Megafon gerufen werden, müssen sich immer reimen, immer. «Sonst bleiben sie nicht in den Köpfen hängen.» Jonas Lüscher, der neuerdings sehr engagierte Literat, wird zuhören, höflich wie stets.

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