Beim grössten deutschen Nachrichtenmagazin ist Feuer im Dach

«Der Spiegel» will sich gemäss Berichten von seiner Chefredaktion trennen. Nun wird bereits über eine Nachfolge spekuliert. Ein Mann und eine Frau sollen besonders gute Chancen haben.

Zerwürfnis in der Chefredaktion: Mathias Müller von Blumencron (l.) und Georg Mascolo.

Zerwürfnis in der Chefredaktion: Mathias Müller von Blumencron (l.) und Georg Mascolo.

(Bild: Keystone)

Am Freitag berichtete das «Hamburger Abendblatt», dass der «Der Spiegel» beabsichtige, sich von seinen beiden Chefredaktoren zu trennen. Im deutschen Nachrichtenmagazin sei Feuer im Dach, weil sich Georg Mascolo und Mathias Müller von Blumencron im bevorstehenden Konvergenzprozess nicht einig würden. Konkret sollen sie sich um eine allfällige Paid-Content-Regelung im digitalen Angebot gestritten haben.

Aufgrund der Uneinigkeiten sei die Verschmelzung von Print und Online gestört worden. Mascolo ist für die Druckausgabe des «Spiegels», Müller von Blumencron für die digitalen Angebote des Nachrichtenmagazins zuständig. Obwohl die «Spiegel»-Sprecherin die Meldung gegenüber dem «Abendblatt» nicht kommentieren wollte, ist nun offenbar bereits der Kampf um die Nachfolge entbrannt.

Externe Lösung bevorzugt

Zwei Bedingungen wurden zunächst bekannt: Der neue Chefredaktor dürfe nicht aus dem eigenen Haus kommen. Gleichzeitig soll er das Nachrichtenmagazin alleine führen können. Dem «Spiegel»-Geschäftsführer Ove Saffe ist die Lust auf eine Doppelspitze nach den jüngsten Erfahrungen offensichtlich vergangen.

Nach Informationen des deutschen Magazins «Focus» ist die Redaktion zurzeit in zwei Lager gespalten. Die Männer würden Jakob Augstein favorisieren, die Redaktorinnen setzen sich für die Journalistin Miriam Meckel ein.

Sohn von «Spiegel»-Begründer im Gespräch

Ersterer ist der Sohn von «Spiegel»-Begründer Rudolf Augstein und Mitgesellschafter des Verlags. Zurzeit ist der 45-Jährige Herausgeber der Wochenzeitung «Der Freitag». Auf «Spiegel online» ist er mit einer Kolumne aktiv. Erst kürzlich musste er sich wegen eines israelkritischen Artikels Antisemitismus-Vorwürfe gefallen lassen.

Die Redaktorinnen des «Spiegels» hätten gemäss den «Focus»-Informationen lieber Meckel an der Spitze der Redaktion. Die ebenfalls 45-Jährige ist die Lebensgefährtin der ARD-Talkerin Anne Will und derzeit noch Direktorin am Institut für Medien- und Kommunikationsmanagement an der Universität St. Gallen.

Weitere Kandidaten, die genannt wurden, sind Heribert Prantl, Innenpolitik-Chef der «Süddeutschen Zeitung», sowie Ulrich Reitz, Chefredaktor der «Westdeutschen Allgemeinen Zeitung».

mrs

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