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100'000 Dollar für schweissgetränkten Hut

Die erstmalige Versteigerung von Erinnerungsstücken aus dem Leben des US-Filmstars John Wayne (1907- 1979) in Los Angeles hat die Erwartungen bei weitem übertroffen.

Der Stetson aus dem Film «The Man Who Shot Liberty Valance». Erwarteter Erlös: 30'000 bis 40'000 Dollar. (3. Oktober 2011)
Der Stetson aus dem Film «The Man Who Shot Liberty Valance». Erwarteter Erlös: 30'000 bis 40'000 Dollar. (3. Oktober 2011)
ROBYN BECK, AFP
Reitstiefel, die von John Wayne im Film «The Undefeated» getragen wurden, werden auf 3000 bis 5000 Dollar geschätzt. (3. Oktober 2011)
Reitstiefel, die von John Wayne im Film «The Undefeated» getragen wurden, werden auf 3000 bis 5000 Dollar geschätzt. (3. Oktober 2011)
ROBYN BECK, AFP
Für den signierter Druck aus der Serie «Cowboys and Indians» von Andy Warhol wird ein Preis von 20'000 bis 25'000 Dollar erwartet. (3. Oktober 2011)
Für den signierter Druck aus der Serie «Cowboys and Indians» von Andy Warhol wird ein Preis von 20'000 bis 25'000 Dollar erwartet. (3. Oktober 2011)
ROBYN BECK, AFP
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Allein der schweissgetränkte Cowboyhut des Westerndarstellers brachte 100'000 Dollar ein. Für eine Kopfbedeckung dieser Art bedeutet das einen Weltrekord. Yul Brynners Stetson aus «The Magnificent Seven» wurde zuletzt für vergleichsweise bescheidene 7000 Dollar verkauft.

Am Donnerstag zahlte ein Käufer beispielsweise 68'000 Dollar für den Coltgurt, den Wayne in «El Dorado» (1966) um die Hüften trug. Ein Cowboy-Hemd ging für 37'500 weg und die Augenklappe aus Waynes oscar-gekröntem Werk «True Grit» (1969) für 40'000 Dollar.

Insgesamt sollten in Los Angeles an der zweitägigen Auktion bis Freitag 700 Gegenstände aus dem Besitz des Stars mit dem Spitznamen «The Duke» unter den Hammer kommen. Schon im Vorfeld, als Internetgebote eingingen und die Preise in die Höhe trieben, konnte das Auktionshaus Heritage ein grosses Interesse verzeichnen.

150 Bieter beteiligten sich schliesslich per Telefon an der Auktion; 550 Personen schalteten sich von Computern rund um die Welt zu. Ethan Wayne, der jüngste Sohn des verstorbenen Stars, verfolgte vor Ort wie die Gebote, die die erwarteten Resultate weit überstiegen. «This is crazy», raunte er.

Gesamterlös für Krebsstiftung

Seit 1979, als John Waynes Haus kurz nach dessen Tod versiegelt und seine Besitztümer notariell katalogisiert wurden, waren die Stücke weggesperrt. «Seit 32 Jahren erhalte ich fast täglich Anrufe von Fans, die ein Stück von John Wayne besitzen möchten», sagte Ethan Wayne gegenüber der sda: «Nun haben wir zum ersten Mal gesagt: OK.»

In wenigen Minuten auf 150'000 Dollar gesteigert wurde das grüne Béret, das Wayne im kontroversen Vietnam-Film «The Green Berets» (1968) trug. 35'000 Dollar für sein Script des Westerns «The Searchers» (1956), den heute viele Kritiker als einen der besten amerikanischen Filme überhaupt betrachten.

Korrespondenz mit US-Präsidenten brachte der John Wayne Krebssiftung, der der gesamte Erlös der Auktion zukommt, meist mehr als 10'000 Dollar pro Brief ein. Auch besonders private Stücke wie Waynes letzter Fahrausweis (70'000 Dollar) fanden locker Käufer.

«Fast wie Familienmitglieder»

Ort der Versteigerung war ein Nobelhotel in Beverly Hills - unweit der 20th Century Fox-Studios, wo Wayne als junger und namenloser Requisiteur vor über 80 Jahren für den Film entdeckt wurde.

Sein ältester lebender Sohn Patrick, zeigte sich überrascht vom Zwischenstand von mehr als vier Millionen Dollar; in der Gesamtbilanz wird ein Erlös von fünf Millionen erwartet. Patrick Wayne hängt nur an den Dingen, zu denen er eine persönliche Beziehung hat: «Wir haben genug Andenken für uns selbst behalten.»

«Die Fans waren für meinen Vater fast so wichtig wie Familienmitglieder. Diese Auktion ist für die Fans», betonte Ethan. Auch das nächste Projekt der Stiftung hat mit ihnen zu tun: Einzelne der Briefe, die nach John Waynes Tod säckeweise bei der Familie eintrafen, sollen in einem Buch abgedruckt werden.

sda/Roland Schäfli/dj

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