Die Bürgerlichen drehen den Entscheid

Dank der Lobbyarbeit der Berner und FDPler erhält das Alpine Museum in Bern mehr Geld – noch ist die Zukunft der Institution aber nicht gesichert.

Das alpine Museum dürfte dank der Erhöhung der Beiträge weiterleben.

Das alpine Museum dürfte dank der Erhöhung der Beiträge weiterleben.

(Bild: Keystone)

Sophie Reinhardt@sophiereinhardt

Überraschend deutlich sprach sich der Nationalrat am Donnerstag für die Erhöhung des Bundesbeitrags aus – und damit für den Fortbestand des Alpinen Museums. Der jurassische Nationalrat Jean-Paul Gschwind (CVP) stellte den Antrag, die jährlichen Mittel an das Museum um 530000 Franken zu erhöhen, und zwar per Finanzplan bis ins Jahr 2022. Ihm stimmte der Rat mit 122 zu 68 (bei 2 Enthaltungen) im Rahmen des Beschlusses über das Bundesbudget 2019 zu. Überraschend war das klare Zeichen der grossen Kammer auch darum, weil die vorberatende Finanzkommission die Beitragserhöhung knapp abgelehnt hatte.

Dank dem Freisinn . . .

Das Bundesamt für Kultur hatte letzen Sommer bekannt gegeben, dass es seinen Beitrag für das Museum massiv kürzt. Die Fraktionen von SP, CVP, Grünen und BDP sprachen sich am Donnerstag geschlossen für die erneute Erhöhung der Fördermittel aus. Dass der Entscheid aber so deutlich ausfiel, ist dem Lobbying der Berner und der FDP-Fraktion zu verdanken. Obwohl sich FDP-Sprecher Albert Vitali (LU) am Rednerpult gegen die höhere Unterstützung aussprach, stimmte über die Hälfte der anwesenden Freisinnigen für den Minderheitsantrag von Gschwind.

Der Berner FDP-Nationalrat Christian Wasserfallen sagt auf Anfrage, er habe in den letzten Tagen das Gespräch zu seinen Parteikollegen gesucht. Und das fruchtete: Mit Hans-Ulrich Bigler, ­Doris Fiala und Petra Gössi stimmten auch namhafte Freisinnige für das Haus am Helvetiaplatz. Wasserfallen sagt, er halte die Erhöhung der Gelder für den Weiterbetrieb des Museums für vertretbar und freue sich darüber. Auch die Berner SVP-Mitglieder Werner Salzmann, Nadja Pieren und Andreas Aebi stimmten für den Erhalt des Museums: «Ich hätte keine Freude, wenn es wegen dieses Entscheids schliessen müsste», so Salzmann.

. . . und den Berglern

Es sei ihm ein Anliegen, dass das Alpine Museum künftig in der Bundesstadt zu Hause sei, sagt Salzmann weiter. Auch SVP-Mitglieder aus dem Wallis und dem Tessin sagten Ja zur Erhöhung der Subvention. Nach dem gestrigen Entscheid ist die Zukunft des Museums aber noch nicht definitiv gesichert. Nächste Woche wird auch der Ständerat über die Sache befinden. Die zuständige Kommission empfiehlt aber bereits die Erhöhung der Gelder.

DerBund.ch/Newsnet

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