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Der grosse Rumms

«Wahrheit»-Kolumnistin Xymna Engel darüber, dass es der Erde womöglich selber ziemlich schnurz ist, ob sie da ist oder nicht.

Dann soll die Welt doch untergehen. Dieses Gefühl befällt mich manchmal, wenn ich einkaufen gehe und den Bio-Broccoli in Plastik verpackt vorfinde. Oder wenn in meinem Facebook-Feed eine Werbung erscheint mit dem Text: «Eine gute Nachricht für alle Planet Lovers: Das Tanktop mit dem Aufdruck ‹There Is No Planet B› ist wieder auf Lager.»

Nicht dass wir uns falsch verstehen: Ich würde mich durchaus als Planet Lover bezeichnen. Doch ein kleines defätis­tisches Gedankenspiel sei mir angesichts von Klimawandel, multiresistenten Keimen und leichtsinnigen Politikern erlaubt: Womöglich ist es der Erde selber ziemlich schnurz, ob sie da ist oder nicht. Schliesslich ist die Erde keine vornehme Dame, die sich morgens im Spiegel betrachtet und denkt: Herrje, ich sehe langsam aber etwas arg zerknittert aus. Und von einem Psychotherapeuten für Planeten habe ich auch noch nie etwas gehört. Vielleicht wäre die Erde also genauso zufrieden, wenn sie ein Feuerball ohne ein einziges atmendes Lebewesen darauf wäre.

In dieser Stimmung traf mich unlängst die Überschrift eines Artikels in einer Wissenschaftszeitschrift wie ein Meteoritenhagel: «Acht Szenarien für das Ende der Welt». Diese will ich Ihnen natürlich nicht vorenthalten, darum an dieser Stelle ein kleines Best-of-Apokalypse.

Szenario Nr. 1: Die Erde wird grilliert. In etwa sechs Milliarden Jahren wird die Sonne ihren Brennstoff aufgebraucht haben. Aber vorher wird sich der Himmel in ein feuriges Inferno verwandeln, es wird ganz schön heiss, und die Sonne bläht sich zu einem roten Riesen auf. Ein paar Milliönchen Jahre später wird sie dann zu einem weissen Zwergenstern zusammenschrumpfen. Und die Erde? Die wird von der Sonne ganz einfach verschluckt.

2. Der grosse Rumms. Das All hat mit einem Knall begonnen, also wird es auch so enden. Dabei wird sich die kosmische Expansion umkehren, und nicht nur alle Materie, auch Raum und Zeit werden in einem unendlich kleinen Punkt zusammenstürzen.

3. Das Vakuum kollabiert. Das sogenannte Higgs-Teilchen wird instabil und das Universum erlebt einen katastrophalen Vakuum-Abfall, während sich eine Blase echten Vakuums mit Lichtgeschwindigkeit ausdehnt und alle Sterne, Planeten und Lebewesen hinwegfegt. Das Gute an dieser Variante: Die Auslöschung würde so schnell vonstattengehen, dass wir es nicht mal mitbekommen würden.

4. Ein Armageddon nach dem anderen, quasi die Kombipackung der Untergangsszenarien: Die Sterne brennen aus, das Universum friert sich zu Tode, das Vakuum kollabiert.

Doch aus all dieser Energie könnte auch ein neuer Urknall entstehen, sozusagen die Wiedergeburt des Universums mit allen möglichen neuen Raum-Zeit-Dimen­sionen und Lebensformen. Und vielleicht entsteht dabei ja doch ein Planet B. Das ist doch immerhin ein Trost in der momentanen Weltlage. Wenn auch ein ziemlich kleiner.

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