Chinderbuechlade ist «Buchhandlung des Jahres 2018»

Der Berner Chinderbuechlade wurde zur «Buchhandlung des Jahres 2018» gekürt und erhält dafür 5000 Franken.

Ausgezeichnet: Das Team vom Chinderbuechlade.

Ausgezeichnet: Das Team vom Chinderbuechlade. Bild: zvg

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Im Schaufenster dieses Ladens in der unteren Gerechtigkeitsgasse sitzen regelmässig Kinder in einem Lesesessel und lesen während 30 Minuten in einem Buch ihrer Wahl. Anschliessend dürfen sie das Buch gratis mit nach Hause nehmen. «Lesen im Fenster» nennt sich das ständig ausgebuchte Projekt des Berner Chinderbuechlade und ist Teil der aktiv betriebenen Leseförderung. Jetzt ist der 1973 von Marie-Louise von Gunten und Leslie Lehmann gegründete Chinderbuechlade zur «Buchhandlung des Jahres 2018» gekürt worden. Der vom Schweizer Buchzentrum gestiftete Preis ist mit 5000 Franken dotiert. Gewählt haben rund 4500 Leserinnen und Leser des Branchenmagazins «Schweizer Buchhandel» sowie Unterstützer und Kunden der Nominierten.

Die Jury würdigte den Chinderbuechlade an der Verleihung in der Berner Nationalbibliothek als Beispiel für eine spezialisierte Buchhandlung, «die erfolgreich und konsequent auf ein stimmiges Gesamtkonzept setzt, von Leseförderungsaktionen bis zum Belletristik-Mitnahmebuch für Eltern, Gotten und Grosseltern». Zu den Angeboten des Ladens gehören auch eine «Bücher-Geschenkkiste» und die Aktion «Einschliessen», bei der man sich tatsächlich im Ladenlokal einschliessen lassen kann, um in aller Ruhe im Angebot der rund 5000 Bücher zu stöbern. Der Chinderbuechlade war ein Produkt seiner Zeit, der aufklärerische und emanzipatorische Rückenwind der 68er-Bewegung beflügelte auch die beiden Gründerinnen.

Seit der Geschäftsübergabe vor 11 Jahren an die Nachfolgerin Ruth Baeriswyl ist man auch kontinuierlich mit der Zeit gegangen; so gehören heute eine Website und eine Facebook-Adresse zum auf Kinder- und Jugendbücher sowie Unterrichtsmaterial spezialisierten Laden selbstverständlich dazu. Geblieben ist seit den Anfängen die Überzeugung, dass Kinder- und Jugendbücher ohne falsche Rücksicht auf Tabus alles thematisieren können.

In der Kategorie Verlag schwang Nagel & Kimche obenaus, dem die Jury «ein beeindruckendes Gespür für internationale und nationale Entdeckungen sowie geistreiche Unterhaltung» attestierte. Der Preis des Schweizer Buchhandels wurde dieses Jahr zum neunten Mal vergeben. Erstmals erhalten die beiden ausgezeichneten Betriebe auch Werbemittel mit dem neuen Logo. (Der Bund)

Erstellt: 16.05.2018, 06:39 Uhr

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