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Zeichen aus dem Zwischenreich

Unter den aufgetauchten Fundstücken aus dem Schweizerischen Literaturarchiv ist auch ein morbides Totenmännchen des Basler Schriftstellers Christoph Geiser.

Das Totenmännchen kam als Werbegeschenk einer pharmazeutischen Firma in die Arztfamilie Christoph Geisers.
Das Totenmännchen kam als Werbegeschenk einer pharmazeutischen Firma in die Arztfamilie Christoph Geisers.
zvg

«Als Vater vom Abendspaziergang […] heimkehrte und gute Nacht wünschen wollte, grinste ihm der Knochenmann entgegen, die Hand zum Gruss erhoben, auf einem Ast des verlöschenden Weihnachtsbaums sitzend.» Dieses Totenmännchen aus weichem Kunststoff ist mehr als eine skurril- makabre Idee zur Konturierung eines Familiengenrebildes. Es taucht literarisch in «Brachland», dem erfolgreichen frühen Roman Christoph Geisers, erstmals auf und ist bereits da mehrfach konnotiert. Als Zeichen für die innere Situation einer Familie, die von Gemeinschaftsverlust, Sprachlosigkeit und Gefühlsarmut gekennzeichnet ist, versinnbildlicht es die Dekadenz einer bestimmten Gesellschaftsschicht der 70er- und frühen 80er-Jahre, welche der Roman sorgfältig zergliedert. Als Handlungsgegenstand ist es Spielzeug, Weihnachtsbaumschmuck - ein Memento mori der zierlich-grausamen Art.

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