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Wildschweinereien im globalen Dorf

In «Der Sommer der Wildschweine» von Birgit Vanderbeke mutieren die Ferien eines deutschen Paares in Südfrankreich zum zivilen Ungehorsam gegen einen Grosskonzern. Verzweifelt komisch.

Wie stoppt man wilde Wildschweine? Die Romanfigur versucht es mit Ultraschallkästchen.
Wie stoppt man wilde Wildschweine? Die Romanfigur versucht es mit Ultraschallkästchen.
Keystone

Wer Birgit Vanderbekes Bücher seit ihrem Durchbruch mit «Das Muschelessen» (1990) kennt, erkennt auch die Figuren in ihrem neuen Roman wieder. Eine gebildete Frau, die sich als Selbstständige durchmogelt (früher schrieb sie Texte, heute erstellt sie «Contents»); ein praktischer Mann, der, statt als Ingenieur Karriere zu machen, auch Partner und Vater zu sein versucht; Kinder, die von diesen Eltern gelernt haben, nicht alles zu glauben, was von oben kommt. Inzwischen sind diese Kinder erwachsen geworden, und so fahren die Frau und der Mann zu zweit ins Ferienhaus eines Freundes im Languedoc. Sie sitzen abends vor dem Haus, trinken Weisswein und merken schnell, dass in dem entvölkerten Landstrich etwas nicht stimmt. Überall gibt es Stacheldrahtzäune, im Dorf spricht man vor Fremden um einen offensichtlich heissen Brei herum.

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