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Schweizer Autorin gewinnt Bachmannpreis

Die schweizerisch-deutsche Doppelbürgerin Nora Gomringer erhält den renommierten Literaturpreis.

Preisgekrönte Schriftstellerin: Nora Gomringer liest im Rahmen der «39. Tage der deutschsprachigen Literatur» in der Lesearena des ORF-Theaters in Klagenfurt.
Preisgekrönte Schriftstellerin: Nora Gomringer liest im Rahmen der «39. Tage der deutschsprachigen Literatur» in der Lesearena des ORF-Theaters in Klagenfurt.
APA / ORF / Johannes Puch, Keystone

Die schweizerisch-deutsche Doppelbürgerin Nora Gomringer hat am Sonntag den mit 25'000 Euro dotierten Bachmannpreis gewonnen. Sie überzeugte die Jury mit ihrem Text «Recherche», in dem eine Frau in einem Mietshaus das Rätsel um den Tod eines Jungen zu lösen versucht.

Mit dem dritten, dem 3sat-Preis, an Dana Grigorcea, ging eine weitere Auszeichnung an eine Schweizerin. Sie ist mit 7500 Euro dotiert. Grigorcea war mit einem Auszug aus ihrem demnächst erscheinenden Roman «Das primäre Gefühl der Schuldlosigkeit» angetreten, eine bitterböse Satire über die Geschichte Rumäniens seit Ceausescu.

Der zweite, der Kelag-Preis in Höhe von 7500 Euro und der vierte, der mit 7000 Euro dotierte Publikumspreis, gingen beide an die österreichische Autorin Valerie Fritsch. Sie gewann die Gunst von Jury und Publikum mit dem Text «Das Bein» über einen jungen Heimkehrer, der sich seinem Vater, einem beinamputierten, zunehmend verzweifelnden Tänzer, anzunähern versucht.

Schweizer Literatur im Hoch

Die Schweizer Literatur hatte dieses Jahr am Wörthersee wahrhaftig einen Lauf: Mit Monique Schwitter und Jürg Halter schafften es zwei weitere Schweizer Teilnehmer unter die sieben Finalisten. Der Berner Halter profitierte von der uneingeschränkten Unterstützung des Schweizer Jurors Juri Steiner, der als einziger Halter in jeder Abstimmungsrunde neu ins Gespräch brachte.

Bei der Preisverleihung am Sonntag passierte ein Malheur, das die Organisatoren explizit zu verhindern versucht hatten: Die Österreicherin Teresa Präauer, die sich mit der Siegerin Gomringer ein Kopf-an-Kopf-Rennen geliefert hatte, ging am Ende leer aus.

Damit das nicht vorkommt, hatten die Veranstalter die neue Regel eingeführt, dass der/die Zweitplatzierte in einer Runde automatisch für die nächste gesetzt ist. Dass jemand, wie Präauer, in jeder Runde Zweite machen könnte, daran wurde nicht gedacht.

SDA/ij

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